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Die Filmbörse Saar in Völklingen ist ein Mekka für Film-Nerds

Filmbörse : Wo das Nerd-Herz höher schlägt

Die Filmbörse Saar bot am Wochenende allen Horror-Fans und Science-Fiction-Nerds ein buntes Programm – Zombies und viel Blut inklusive.

Ein blauer Kreis mit weißen Sternen, ein schwungvoller roter Strich, darin vier Buchstaben – das „Nasa“-Symbol ist vermutlich eines der bekanntesten der Welt und aktuell als T-Shirt-Motiv sehr in Mode. Das Symbol, das Robert Vogel als Aufnäher auf seiner linken Brust trägt, ist das gleiche, nur das Wort ist ein anderes: „Nerd“.

Als solcher ist er nicht allein am vergangenen Samstag in der Kulturhalle Wehrden. Hier fand bereits zum fünften Mal die Filmbörse Saar statt – ein Mekka für alle, die sich für Science Fiction, Fantasy oder Horror begeistern. Die meisten Besucher sind zwischen 20 und 40 Jahre – Vogel, der an seinem Stand Patches, Gürtelschnallen, Buttons und viele andere Kleinigkeiten verkauft, ist einer der Ältesten. Teil der „Szene“ sei er seit 47 Jahren. Angefangen habe alles mit „Perry Rhodan“-Romanen, heute hält Vorträge über Raumfahrt und schreibt für Fachmagazine. Er kann sich gut an Zeiten erinnern, als der Begriff „Nerd“ in Deutschland unbekannt und im englischsprachigen Raum noch eine Beleidigung war. „Seit ‚The Big Bang Theory’ hat sich da einiges geändert“, schmunzelt er in Anspielung auf die beliebte Serie.

Trotzdem richtet sich das Angebot der Filmbörse eindeutig an ein Nischenpublikum – was auch an dem Schwerpunkt auf Horror liegt. Motto: „Uncut und unzensiert“. Der Eintritt sei daher ab 18, erklärt Daniel Igel, der die Filmbörse zusammen mit seiner Freundin Jenny organisiert. Der 34Jährige aus Saarbrücken hat sich mit Events wie diesen selbstständig gemacht. 200 bis 300 Leute besuchen die Filmbörse, die zweimal jährlich stattfindet und in dieser Form im Saarland einmalig ist, im Schnitt. Dabei sei es ihm wichtig, dass es nicht nur eine reine Verkaufsmesse ist: „Wir versuchen den Besuchern schon was zu bieten.“

In diesem Jahr gibt es daher neben einem Science-Fiction-Quiz auch ein Filmset, das von Filmemachern von Saarwood aufgebaut wurde, einer Produktionsfirma aus Klarenthal. Wer möchte, kann hier testen, wie es ist, hinter einer echten Filmkamera zu stehen, erklärt Chef Manuel Angel. Auch Drehbuchschreiber Sebastian Pink ist da, um den Besuchern Fragen zu beantworten.

Bei ihrem neusten Projekt „Die Hochzeit“ handle es sich um ein gesellschaftskritisches Drama. Die Filmvorführungen im abgetrennten „Cine Room“ bedienen dagegen eindeutig das Thema Horror. Gezeigt wird neben zwei Low-Budget-Kurzfilmen auch ein Trash-Film in Stil des Splatter-Klassikers „Braindead“. In der deutschen Produktion „Nocta“ läuft eine Geburtstagsparty auf spektakulär blutige Weise aus dem Ruder – diverse weitere Körperflüssigkeiten fließen eimerweise. Mit Resi Elstner, welche die titelgebende Rolle spielt, sowie Jim Aal, dessen Darstellung des bibeltreuen, naiven Ernst im Publikum immer wieder für Lacher sorgt, sind zwei Hauptdarsteller extra aus Nordrhein-Westfalen angereist, um den Film zu präsentieren.

Etwas abseits vom größten Trubel hat sich Edda Weber ausgebreitet. Die Tätowiererin aus St. Wendel sticht live auf der Börse ein Symbol aus dem Spiele-Klassiker „Zelda“ auf den Knöchel ihres Models. „Ich steche am liebsten Nerd-Motive“, sagt sie – die Firmbörse sei daher die perfekte Gelegenheit, potentielle Kunden unter den Besuchern zu finden.

Besucher wie Simon Schmitt aus Schaffhausen, der sich an diesem Mittag über vier neue Godzilla-Filme für seine Sammlung freut. Er kommt regelmäßig zur Filmbörse. „Hier gibt es eine gute Auswahl zwischen Horror, Action aus den Achtzigern, aber natürlich auch ein paar neuere Sachen.“ Für den Filmfan lohnt sich sein Hobby: Beim Quiz auf der Bühne, bei dem Besucher Fragen zu Kultfilmen wie „Alien“ und „Star Wars“ beantworten und Bilder zuordnen müssen, belegt er den zweiten Platz. Sein Gewinn: Eine Tüte, natürlich vollgepackt mit Filmen.