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Tobias Speicher ist der Leiter des Wasserzweckverbandes Warndt

Kostenpflichtiger Inhalt: Serie Menschen im Regionalverband : Auftrag: Klares Wasser aus dem Warndt

Tobias Speicher und seine Kollegen versorgen Tausende von Haushalten mit dem kostbaren Lebensmittel.

Sein Lebenslauf ist nicht alltäglich: Vom Bergmann hat es Tobias Speicher bis zum Leiter des Wasserzweckverbandes Warndt geschafft. Und das kam so: Nach der Ausbildung beim RAG-Konzern zum Mechatroniker habe er unter Tage gearbeitet. Der heute 36-Jährige studierte nebenher Maschinenbau, als klar wurde, dass die Tage des Bergbaus gezählt waren.

Es verschlug ihn ins Schwabenland als Produktentwickler eines Unternehmens, das Türen- und Fensterbeschläge herstellt. Doch den Großrosseler zog es wie viele Saarländer zurück in die Heimat. Da kam die Ausschreibung des technischen Leiters beim Wasserzweckverband Warndt (WZW) gerade recht. Nun sitzt er seit Jahresbeginn im kleinen Chefbüro und macht das Kaufmännische gleich mit. Denn die Stelle seines Vorgängers Hermann Schon, der zum Jahresende in Rente ging, sei weggefallen.

Mit einem Transporter geht’s zum Wasserwerk im Werbelner Tal, dem Herzstück des WZW. Hier stehen die großen Pumpen und die Verdüsungskammer. Dort wird die Kohlensäure aus dem weichen, leicht säuerlichen Wasser geholt, und es wird gefiltert. 750 000 Kubikmeter Grundwasser fördert der WZW pro Jahr aus drei Bohrungen und versorgt damit 6400 Haushalte in Großrosseln und den Völklinger Stadtteilen Ludweiler und Lauterbach sowie einige Gewerbebetriebe.

Der größte Wasserspeicher steht am Rande von Ludweiler und fasst 2500 Kubikmeter. Speicher versichert, dass auch in heißen Sommern wie in den vergangenen Jahren kein Wasser-Engpass entsteht: „Wir können bis zu 1,5 Millionen Kubikmeter fördern.“

Zurück in seinem Büro in Völklingen-Ludweiler macht Speicher deutlich, wohin er den WZW führen will: „Ich will den guten Ruf ausbauen und für eine weiterhin hohe Wasserqualität sorgen.“ Doch es gibt auch Kritik an den Gebühren des WZW. Der Grundpreis ist in den vergangenen Jahren gestiegen und beträgt jetzt 11,77 Euro zuzüglich Umsatzsteuer für den für Einfamilienhäuser gängigen Wasserzähler Qn 2,5. Speicher findet das sozial gerechter, als den Verbrauchspreis zu erhöhen, weil Letzteres Familien sehr belaste. Höhere „inflationsbedingte Kosten“ habe der Verband so an die Verbraucher weitergegeben. Doch das Landesverwaltungsamt habe dem WZW zur Auflage gemacht, das „Grundwasser-Entnahmeentgelt“ bei der verbrauchsabhängigen Gebühr draufzuschlagen. Nun steigt die Verbrauchsgebühr rückwirkend zum 1. Januar 2019 auf 1,45 Euro netto pro Kubikmeter zuzüglich der Umsatzsteuer, die Grundgebühr sinkt um 86 Cent. Der Aufschlag von zehn Cent bei der Verbrauchsgebühr fließe ans Land, sagt Speicher, der WZW habe nichts davon. Er macht deutlich, dass der WZW günstig für die Verbraucher sei. Das habe auch ein saarlandweiter Vergleich der Wasserversorger des Kölner Instituts Aquabench im Jahr 2017 ergeben. Dabei habe der Verband ein großes Leitungsnetz bei einer vergleichsweise geringen Bevölkerung, die der WZW mit dem kostbaren Lebensmittel Wasser versorgt.