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Historiker Hans-Joachim Hoffmann aus Ottweiler kündigt neues Buch an

Neues Buch von Hans-Joachim Hoffmann : Über die politisch-gesellschaftliche Entwicklung Ottweilers

Hans-Joachim Hoffmann widmet sich in seinem Buch den Jahren 1918/19 bis 1956.

Die Entscheidungen des Ottweiler Stadtrates vom 31. Januar.2013, die 1933 verliehenen Ehrenbürgerrechte Ottweilers an Reichspräsident Paul von Hindenburg, Reichskanzler Adolf Hitler, den Preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring sowie Alois Spaniol, den Preußischen Staatsrat und Landesführer der NSDAP im Saargebiet, symbolisch abzuerkennen und für die verfolgten Ottweiler Bürger jüdischen Glaubens und die politisch Verfolgten sowie für die Euthanasie-Opfer Stolpersteine zu verlegen, führten dazu, dass der Ottweiler Historiker Hans-Joachim Hoffmann biographische Skizzen damals verfolgter Personen verfasste. Das teilt die Pressestelle des Rathauses mit.

Die damit verbundenen Recherchen offenbarten, dass die politische Geschichte Ottweilers in dem Zeitraum 1918/19 bis 1956 bisher nur bedingt das Interesse der Ottweiler Heimatforscher gefunden hatte. Da Geschichte von Menschen gemacht wird, beschränkt sich die Darstellung nicht auf das Aufzeigen von politischen und gesellschaftlichen Strukturen und ihrer Veränderung, sondern fragt nach den Motiven der politisch Handelnden. Diese heute zu erfassen und gerecht zu beurteilen, erweist sich als Problem, denn einerseits konnten nur noch sehr wenige Ottweiler Bürger aus eigenem Erleben erzählen und andererseits stellte sich die Quellenlage für den Darstellungszeitraum als schwierig heraus, wie es weiter heißt. Neben zeitgenössischen Berichten der Lokalpresse bildeten Protokolle des Ottweiler Stadtrates eine wesentliche Grundlage zur Rekonstruktion der Parteiengeschichte, aber zugleich auch für die allgemeine politische Entwicklung. Die Zusammenschau der Presseberichte mit den Niederschriften der Stadtratssitzungen macht einerseits die Entstehung der Parteien nachvollziehbar, zeigt andererseits zugleich, dass wohl persönliche Differenzen in entscheidendem Maße zum Zerfall des politischen Lagers des Liberalismus und zur zunehmenden Konfrontation zwischen und innerhalb der Linksparteien beitrugen und damit den Anstieg des politischen Einflusses der rechtsradikalen Parteien NSDAP und DNVP ab 1929 besonders begünstigten.

Der Verfasser legte Wert auf die Einbettung der lokalen Ereignisse in die regionale und nationale Entwicklung. Zu diesem Zweck bezog Hans-Joachim Hoffmann umfangreich Forschungsliteratur in seine Ausführungen ein, um ein möglichst objektives Bild lokalhistorischer Vorgänge vor dem Hintergrund überregionaler Entwicklungen zu geben.

Das vorliegende Werk füllt eine Lücke in der lokalhistorischen Literatur, ohne jedoch den Anspruch zu erheben, eine vollständige Geschichte Ottweilers im Zeitraum 1918/19 bis 1956 zu bieten. Fragen und Lücken bleiben.

Die Darstellung umfasst acht Kapitel. Hoffmann beginnt mit der Anfangsphase der Weimarer Republik (Novemberrevolution in Ottweiler – Skizzierung der politischen Rahmenbedingungen bis 1920). Er untersucht sodann die parteipolitische Entwicklung in Ottweiler im Spiegel der Kommunalwahlen bis 1932. Hoffmann greift auch die lokalpolitische Entwicklung in der Endphase des Völkerbundmandats auf. Er betrachtet die Festigung der Macht der NSDAP: Die Gleichschaltung auf Ortsebene (Gleichschaltung der Gesangvereine, des TVO, des DRK – Instrumentalisierung des Hindenburg-Kultes. Schließlich wird das Wirken der Bürgermeister beleuchtet: Die Bürgermeister Ottweilers in der Völkerbundzeit (Ludwig Blank – Dr. Otto Eberbach – Georg Lorenz – Dr. Karl Löwer). Ein weiterer Aspekt beinhaltet die Rolle der christlichen Kirchen vor Ort: Zwischen Anpassung und Widersetzlichkeit.

Der Autor analysierte auch den demokratische Neubeginn: Die Amtszeit der Bürgermeister Dr. Leo Pünnel und Jakob Zender. Er beendet seinen Band mit einem Kapitel, das den Friedhöfen gewidmet ist – Friedhöfe als Spiegel der Ortsgeschichte.

Format: 210 x 210 mm – Hardcover – Fadenheftung – 602 Seiten – ISBN 978-3-00-067119-7; Subskriptionspreis bis Ende Januar 2021: 25 Euro; es kann beim Verfasser Hans-Joachim Hoffmann verbindlich vorbestellt werden: hans-joachim-hoffmann@web.de