LSVS: Ermittlungen gegen Meyer und Bohr?

Finanzaffäre : LSVS: Ermittlungen gegen Meyer und Bohr?

In der Finanzaffäre um den Landessportverband (LSVS) soll die Staatsanwaltschaft nun auch gegen Ex-Präsident Gerd Meyer und Ex-Vize Kurt Bohr wegen des Verdachts der Haushaltsuntreue ermitteln.

Das meldete am Montagabend der SR. Meyer und Bohr gehörten dem vorletzten Präsidium des LSVS an. Während Meyer sein Spitzenamt im Oktober 2014 an Klaus Meiser abgab, schied Bohr erst ein Jahr später aus. Laut SR sollen weitere Funktionäre der späten „Ära Meyer“ betroffen sein.

Bisher war nur gegen die Nachfolger von Meyer und Bohr ermittelt worden, die von 2015 bis 2018 im Amt waren. Nach Informationen unserer Zeitung soll die Staatsanwaltschaft bereit sein, die Verfahren gegen diese Funktionärs-Generation gegen Geldauflagen einzustellen. Ob das auch für Meyer & Co. gilt, ist unklar. Details der Verfahren seien nicht bekannt, hieß es im SR.

Matthias Weihrauch, der Anwalt von Meyer, konnte das Ermittlungsverfahren am Montag nicht bestätigen. Sein Mandant habe eine Vorladung erhalten, mehr wisse man nicht, erklärte Weihrauch, der Akteneinsicht beantragt hat. Bohr äußerte sich auf Anfrage nicht, auch er möchte zunächst nähere Informationen einholen.

Hintergrund möglicher Ermittlungen könnte das Gutachten eines Wirtschaftsforensikers sein, das die Staatsanwaltschaft im Verfahren wegen Haushaltsuntreue für 629 103 Euro anfertigen ließ. Die Expertise umfasst 900 Seiten und nimmt die Jahre 2009 bis 2017 unter die Lupe. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Eckhard Uthe kommt der Gutachter „ohne Einschränkung“ zu dem Ergebnis, das in dieser Zeit aufgelaufene Millionendefizit des Sportverbandes sei für dessen Verantwortliche erkennbar gewesen. Außerdem soll der Experte einen „Schaden“ in Höhe von 1,6 Millionen Euro durch eine Umschuldung vor vier Jahren festgestellt haben.

Allerdings hatte Uthe im April vor dem LSVS-Untersuchungsausschuss des Landtages zur Erkennbarkeit des Defizits auch gesagt: „Wenn der Sachverständige sagt, es ist erkennbar, heißt das nicht, dass jeder Beschuldigte das erkannt hat.“ Der Chefermittler müsste früheren Präsidien einen bedingten Vorsatz nachweisen, dass sie einen Schaden für den Verband, den sie führten, billigend in Kauf nahmen.

Nun scheint Uthe bereit zu sein, die Ermittlungen wegen Haushaltsuntreue einzustellen – gegen hohe Geldauflagen (wir berichteten). Nach SZ-Informationen soll es um Beträge zwischen 30 000 und 100 000 Euro gehen. Das Saarbrücker Landgericht hatte zuletzt bestätigt, dass die Staatsanwaltschaft eine solche Einstellung beantragt habe. Allerdings habe das Gericht die Akten wieder an den Staatsanwalt zurückgeschickt, weil seitens der Betroffenen noch kein Einverständnis vorliegt. Bisher zählten zu diesen Betroffenen ausschließlich die Funktionäre, die den LSVS nach Meyer und Bohr führten.

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