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Digitale Geschäftsstelle: Sparkasse Südwestpfalz jetzt mit Videochats

Sparkasse Südwestpfalz: Reaktion auf wachsende Nachfrage nach Online-Angeboten : Sparkasse Südwestpfalz hat ab Montag auch „Digitale Geschäftsstelle“

Persönliche Dialogmöglichkeit per Video-Gespräch soll die Beratung in den klassischen Filialen ergänzen. Hierfür wurden 50 000 Euro investiert.

Die Sparkasse Südwestpfalz erweitert ihr Angebot für Kunden. Diesen Montag geht die „Digitale Geschäftsstelle“ in Betrieb. Durch sie werden Beratungsgespräche von jedem Ort der Welt aus möglich. Dafür benötigen Kunden „lediglich ein Notebook, Tablet oder Smartphone mit Internetanschluss“, berichtet Sparkassenvorstand Peter Kuntz.

Bei der digitalen Beratung treffen sich Kunde und Berater in einem „virtuellen Beratungszimmer“. Ein Termin vor Ort in der Filiale ist nicht mehr notwendig – auch keine spezielle Software. Die Kommunikation zwischen Berater und Kunde ist dennoch uneingeschränkt möglich. Kuntz: „Im bereitgestellten Videochat wirkt es fast so, als würden die beiden Parteien in einem Raum sitzen.“

So können Kunden Unterlagen und Beispielrechnungen am eigenen Bildschirm mit ansehen. Da sich Kunde und Beraterin beide per Telefon – beziehungsweise Mikrofon oder Headset – unterhalten, bestehen die gleichen Möglichkeiten zum Fragen wie beim Gespräch in einer klassischen Filiale.

Die Sparkasse Südwestpfalz betritt mit dem Angebot Neuland. „Wir wollen Erfahrungen sammeln und sehen, wie das Ganze von unseren Kunden angenommen wird. Nach einem Jahr werden wir sehen, ob und wie wir die Kapazitäten weiter ausbauen werden“, kündigt Kuntz an.

Die dazu notwendige Infrastruktur wurde in der ehemaligen Filiale in Münchweiler geschaffen. „Für den Kauf der Computertechnik und die Einrichtung der Gegebenheiten vor Ort haben wir rund 50 000 Euro in die Hand genommen“, erklärt Kuntz. Nicht eingerechnet sei die Schulung der drei Mitarbeiterinnen, die für das Angebot bereitstehen. Das Team der Digitalen Geschäftsstelle ist nach Terminvereinbarung montags bis freitags zwischen 8 und 20 Uhr erreichbar.

„Wir können nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn wir unser Angebot stets an den Herausforderungen des Marktes und der Nachfrage unserer Kunden ausrichten“, erläutert Kuntz. Um die Digitale Geschäftsstelle einsatzbereit zu machen, habe es ein dreiviertel Jahr gedauert. Das System für die Beratungsgespräche sei intern von eigenen Mitarbeitern entwickelt worden. Bei der Einrichtung des Services habe die Sparkasse auf Erfahrungen anderer Sparkassen zurückgegriffen, erklärt Vorstandsmitglied Jürgen Keiper.

Obwohl der Anteil an digitalen Dienstleistungen steigt, sieht Kuntz die Zukunft der Sparkasse nicht vornehmlich im Online-Bereich angesiedelt. Solange es keine Besonderheiten gebe, sei das soweit okay. In vielen Geschäftsbereichen gebe es diese aber – und dann sei der persönliche Kontakt mit dem Kunden vor Ort ein großer Vorteil. Viele Kunden kehrten aus diesen Gründen wieder von Direktbanken zur Sparkasse zurück. Auch für sie sei das Angebot der Digitalen Geschäftsstelle gedacht. Es sei aber allen Kunden selbst überlassen, auf welchem Weg sie ihre finanziellen Dinge regeln möchten, betont Kuntz.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie nutzen viele Kunden für ihre alltäglichen Bankgeschäfte immer stärker die Sparkassen-App und das Internet. Auch für Beratungsgespräche würden verstärkt alternative Möglichkeiten nachgefragt.

Welche Ausstattung wird benötigt? Die Verbindung kann über PC, Smartphone oder Tablet erfolgen. Diskretion und Datenschutz sind nach Angaben der Sparkasse immer gewährleistet. Die Verbindung erfolgt über eine Verschlüsselung und Pin-Eingabe. Für die Nutzung ist kein Download und keine Installation nötig. Zum vereinbarten Termin wird der Kunde von einer Beraterin angerufen, die die digitale „Tür“ für das Beratungszimmer öffnet.