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"Unsere Grüne Glasfaser" (UGG) sorgt für schnelles Internet in Contwig

Baubeginn wohl diesen Herbst : Contwig erhält Hochgeschwindigkeits-Internet

Schon im Herbst soll das Glasfaser-Netz gebaut werden – bis in jeden Haushalt. Damit hat der Gemeinderat die UGG beauftragt, ein Joint Venture von Allianz und Telefónica.

Die vorletzte Runde zum Beginn des digitalen Zeitalters ist in Contwig mit dem Ortsteil Stambach eingeleitet. Entsprechend dem Auftrag aller im Rat vertretenen Fraktionen sorgt das Unternehmen „Unsere Grüne Glasfaser“ für ein Glasfasernetz in der Ortsgemeinde. Dieses soll bis in jeden einzelnen Haushalt reichen.

Mit dem FTTH-Netz (Fiber to the home) sollen künftig sehr schnelle Datentransfers in Contwig-Stambach möglich sein. Für Ortsbürgermeisterin Nadine Brinette ein Riesending. Nicht allein, weil sie damit auch ein Wahlversprechen einlösen kann, vielmehr mit dem Netzaufbau der UGG in der größten Ortschaft der Verbandsgemeinde das Tor zur digitalen Welt mit schnellstem Internet aufgestoßen wird.

Zur Wochenmitte folgte ein Vor-Ort-Termin mit Verantwortlichen der UGG, dem Netzausrüster Nokia und der Grupo Cobra, einer weltweit tätigen spanischen Infrastruktur-Baufirma. Dieses Unternehmen ist auch bereits als Partner der UGG in zahlreichen Kommunen Süddeutschlands beim Glasfaser-Ausbau aktiv, seit einigen Wochen auch in der Moselgemeinde Maring-Noviand.

Im Bemühen um einen zuverlässigen Investor für das Glasfasernetz von Contwig, Stambach und auch etliche Aussiedlerhöfe, kontaktierte Bürgermeisterin Brinette auch den Amtskollegen besagter Moselortschaft, der sich über die Arbeitsweise von Grupo Cobra in höchsten Tönen äußerte. Da sei morgens mit dem Ausbau begonnen worden und im gleichen Straßenzug abends alles schon fertig gewesen. Die Zusammenarbeit klappe ausgezeichnet.

Spanische Mitarbeiter der Grupo Cobra sind auch Rafael Bolivar und Serafin Legas, beide sprechen deutsch und werden direkt vor Ort wohl die Arbeit beaufsichtigten und den deutschen Kollegen Christian Harting unterstützen.

Auf die Projektumsetzung freuten sich alle mächtig, insbesondere Marc Pauly von der UGG, welcher als Manager für Regional Expansion wohl nicht allein diesen Mittwoch der direkte Ansprechpartner für die Contwiger Bürgermeisterin war.

Auf die Frage, wie sie auf die UGG als Netzanbieter für Contwig und Stambach kam, muss Brinette nicht lange überlegen. „Vertiefte Recherchen im Internet, Anfragen bei den bekannten, namhaften Großunternehmen, die jedoch für Contwig kein Versorgungsinteresse für Glasfaser zeigten und mir regelrecht einen Korb gaben. Dann kam mir ,Unsere Grüne Glasfaser’ als neutraler, unabhängiger Netzanbieter ins Visier. Ich übertreibe keineswegs, da fühlte ich mich mit meinem Bemühen, etwas in Sachen schnellstes Internet mittels Glasfaser zu bewegen, tatsächlich ernst genommen. Seither sind viele Abstimmungsgespräche geführt worden, manche Klippe musste umschifft werden und habe ich auch Landrätin Susanne Ganster wie auch Verbandsbürgermeister Björn Bernhard dafür zu danken, dass die Sache inzwischen in trockenen Tüchern ist.“

Bei vielen Gesprächen mit Bürgern sei sie stets mit der Thematik „schnelles Internet“ für Contwig und Stambach konfrontiert worden. Selbst bei Wahlkampf-Gesprächen an der Haustür seien viele darauf eingegangen. Corona-Pandemie und Homeoffice hätten die mangelhafte Internet-Versorgung von Contwig nochmals verstärkt vor Augen geführt. Brinette: „Mir ist aber wichtig gewesen, jemand zu finden, der schnell, zuverlässig und seriös mit entsprechendem Know-how das Thema ,Glasfaser für jedes Haus’ anpackt. Und mit der UGG hatte ich schnell das Gefühl, dass hier die Chemie zwischen Ortsgemeinde und Netzanbieter stimmt. Nicht umsonst macht sich ja die UGG für die Ortschaften auf dem flachen Land stark.“

Die Bürgermeisterin hebt auch hervor, dass nicht nur ihre CDU, sondern auch die weiteren im Rat vertretenen Parteien CDU und FDP der Gesamtthematik sehr aufgeschlossen gegenüberstanden und die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet mit der UGG von Anfang an begrüßten. Brinette berichtet, Holger Hell von der SPD habe gleichfalls recherchiert und darauf verwiesen, dass die UGG ein Joint Venture der Allianz und der Telefónica Group (O2) ist und daher sicher ordentliche Arbeit verrichten werde.

Beim „Technischen Kick-off“, so der Titel des Mittwoch-Treffens, standen das persönliche Kennenlernen und die Standortsuche für den PoP, das Herzstück für jedes Glasfasernetz, der zentrale Verteilerkasten, im Mittelpunkt. Holger Daßler von Nokia (Projekt Business Manager CO Europa) sieht ebenso wie Marc Pauly (UGG) das Projekt jetzt schon auf gutem Wege. Mit der Ortsbürgermeisterin seien viele Gespräche geführt worden. Nun gehe das Vorhaben in die Planungsphase und spätestens im Herbst soll mit den Arbeiten begonnen werden.

Christian Harting von Grupo Cobra nahm gleichfalls gute Eindrücke aus der Westpfalz mit auf den Rückweg und wollte das Liebäugeln der Bürgermeisterin damit, dass Contwig ein „Pilotprojekt“ für die UGG in unserer Region werden könne, keineswegs in Abrede stellen. Pauly, der aus der Region Trier kommt, jedenfalls sieht für die UGG in Contwig einen Modellfall. „Im Norden unsere Bundeslandes haben wir schon mehrere Vorhaben in der Umsetzung, hier in Contwig beginnen wir auch den Boden für die Westpfalz vorzubereiten. Ich bin der Meinung, dass alle Projektbeteiligten mit großem Eifer an die Umsetzung gehen.“

Die Kosten trägt die UGG, die Ortsgemeinde muss nichts zahlen.

Bei Informationsveranstaltungen sollen die Bürger demnächst weitere Details erfahren, was das Glasfaser-Angebot praktisch für sie bedeutet und wie es nutzbar ist.