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Kläranlage Wallhalben erhält bessere Phospatfällung, Maßweiler neuen Kanal

Werksausschuss Thaleischweiler-Wallhalben vor Ort : Kläranlage wird umweltfreundlicher

In Wallhalben soll durch modernisierte Technik künftig mehr Phosphat aus dem Wasser entfernt werden. Für das Maßweiler Neubaugebiet vergab der Werksausschuss Aufträge.

Der Tagungsort „Kläranlage Wallhalben“ war für die Mitglieder des Werksausschusses der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben ganz gezielt ausgewählt worden. Verbandsbürgermeister Thomas Peifer und Werkleiter Joachim Becker wollten nicht alleine Entscheidungen des Ausschusses. Nein, die Mitglieder des sollten bei der Gelegenheit auch über bauliche Veränderung auf der Abwasseranlage selbst hautnah unterrichtet werden. Das geschah eindrucksvoll und informativ.

Im Wirtschaftsplan der Werke der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben sind Mittel für die Sanierung und Erweiterung der Kläranlage in Wallhalben bereitgestellt. Vor Ort konnten sich jetzt die Ausschussmitglieder ein umfassendes Bild über die bereits angelaufenen Arbeiten machen. Zu sehen gab es dabei nicht nur hochdigitalisierte Arbeitsplätze der Beschäftigten in der zentralen Kläranlage im Wallhalbtal oberhalb der Kneispermühler. Sondern auch Baustellenbereiche wie die der künftigen Anlage zum Entziehen des Phosphatgehaltes aus dem Abwasser.

Werkleiter Joachim Becker erläuterte: „Wir entziehen jetzt schon das im Abwasser ankommende Phosphat. Dieser Vorgang wird allerdings im Augenblick noch per Handarbeit vorgenommen. Künftig wird das allerdings mit fortwährenden Messungen verknüpft mechanisch geschehen. Der Fachmann spricht dabei von einer Phosphatfällung. Dieser Klärschlamm wird auf unserer Anlage gesondert gesammelt und weiter behandelt.“ Dafür gebe es verschiedene Arbeitswege.

Bei den mehreren Baustellen auf der Kläranlage konnte dann nochmals detailliert die Gesamtthematik verdichtet und mit entsprechenden Fragen von Ausschussmitglieder aufgedröselt werden. So auch im Themenbereich „Klärschlamm“. Werkleiter Becker erinnerte daran, dass mit der neuen Düngelmittelverordnung das Ausbringen des Klärschlamms zeitlich begrenzt sei. „Das Ausbringen von Klärschlamm ist endlich. Im Hinblick darauf werden im Augenblick auf unserer Kläranlage in Wallhalben die Vorkehrungen dafür getroffen, wie wir das alles mit dem Klärschlamm besser steuern können.“

Von der WVE aus Kaiserslautern als Partner wird im Anlagenbereich eine neue Klärschlammverwertungsanlage geschaffen, dessen Herzstück eine neue Schneckenpresse ist. Modernisiert und erweitert werden zudem die Arbeitsräume für die fünf Mitarbeiter, die auf der Kläranlage Wallhalben ihren festen Arbeitsplatz haben.

Zum Sitzungsauftakt vergaben die Ausschussmitgliedern an die Firma A+B Staab aus Schmitshausen den Auftrag zum Bau des Entwässerungskanals für das neue Baugebiet in Maßweiler. Dort erschließt die Ortsgemeinde Bauland für zehn neue Eigenheim. Zunächst waren die Weichen zum Schaffen der Erschließungsanlagen mit einem Erschließungsträger gestellt. Dann allerdings erging ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Koblenz zu dieser Thematik – und infolgedessen schaffen Ortsgemeinde, Werke und der Wasserzweckverband die jeweiligen Anlagenteile in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich.

Für den Bau des Abwasserkanals sind die Werke zuständig, vier Bieter wollten den Zuschlag haben, bei der öffentlichen Ausschreibung der Maßnahme durch das Ingenieurbüro Dilger aus Dahn war Staab billigster Bieter mit rund 650 000 Euro für alle drei Gewerke, Kanal, Wasserleitung und Straßenbau. In einem Nebenangebot schlug Bieter Staab vor, die Arbeiten zum Pauschalangebot auszuführen. Dadurch werden rund 23 000 Euro eingespart. Für den Kanal ist eine Kostensumme von 398 000 Euro ermittelt worden. Der Wasserversorgungszweckverband muss mit 46 000 Euro rechnen, die Ortsgemeinde, für den Straßenausbau zuständig, mit 187 000 Euro. Die Werksausschussmitglieder sprachen sich einstimmig für das Pauschalangebot aus. Bis zur „Grundhohl“ in Maßweiler wird eine neu Rohrleitung gebaut, ein vorhandenes Regenüberlaufbecken muss erweitert und vergrößert werden.

Ein zentraler Entwässerungsplan für Höhfröschen muss neu aufgestellt werden. Es gibt neue Einzugsgebiete, veränderte Situationen. Wie Werkleiter Becker in der Sitzung darlegt, müssen aus diesen Gründen neue Pläne erstellt werden. Für Höhfröschen ist das Ingenieurbüro Dilger aus Dahn mit der Schmutzfrachtberechnung und der Hydraulik betraut. Das gleiche Büro hatte jetzt für die Werke auch die Kanalreinigung und Durchleuchtung des gesamten Entwässerungsnetzes in Höhfröschen ausgeschrieben. Drei Bieter legten entsprechende Kostenangebot vor. Mit rund 56 000 Euro war die Firma Fröhlich aus Herxheim billigste Bieterin. Ihr Wurde der Auftrag erteilt, das Ingenieurbüro hat mit dem Unternehmen bereits in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet. 

Karl Peter Wolter vom Büro HWB-Concept GmbH Thaleischweiler-Fröschen stellte die Überlegungen zur Kanalsanierung in der Ortsgemeinde Herschberg vor. Handlungsbedarf ist dort innerhalb der Ortsdurchfahrt gegeben. Die Schadensbilder, plastisch auf die Leinwand geworfen, sprachen für sich. Massive Absenkungen haben Einstaubereich im Kanal zur Folge. Wolter zu den Ausschussmitgliedern: „Der Kanal entwässert noch, warum auch immer!“

Für die Sanierung muss mit rund einer halben Million Euro gerechnet werden. Diese Summe ist für den Hauptkanal, die Hausanschlüsse und Straßeneinlaufschächte aufzubringen. Mit dem Erneuern der Wasserleitung soll im kommenden Jahr begonnen werden. Die Jahre 2023 und 2024 sind für den Kanals vorbehalten, die Straßenerneuerung dann im Jahr 2025. Warum auf einer Förderung bei diesem Sanierungsprojekt verzichtet wird, machte Werkleiter Becker mit Vergleichsberechnungen den Ausschussmitgliedern deutlich.