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Von einem leeren Leben

 Enrico Tinebra, Nadine Fleckinger und Sandra Klein (hier auf dem St. Arnualer Markt) sind Teil des Volkstheater-Ensembles. Fotos: Sutor
Enrico Tinebra, Nadine Fleckinger und Sandra Klein (hier auf dem St. Arnualer Markt) sind Teil des Volkstheater-Ensembles. Fotos: Sutor
Saarbrücken. Die Neunkircher kennen den Schauspieler Martin Leutgeb als ehemaligen künstlerischen Leiter des Musical-Projektes. Außerdem von seinen Rollen am Staatstheater Saarbrücken und vom Kino: Gerade war er in „Das finstere Tal“ zu sehen. In der ehemaligen Kettenfabrik St. Arnual inszeniert Leutgeb nun „Frau Suitner“, ein Volksstück aus seiner Heimat Tirol, auf Saarländisch. Martin Rolshausen

Martin Leutgebs "darstellerische Leistung", das sagt er von sich selbst, "hat Gewicht". Und auf seiner Internetseite wird er konkret: "derzeit exakt 116 Kilo". Es sind aber nicht die Kilos, es ist der gewaltige Eindruck, den Martin Leutgeb im Saarland hinterlassen hat, als er zwischen 1999 und 2005 hier am Staatstheater spielte, der ihm Gewicht verleiht. Martin Leutgeb ist der Vater des Musical-Projektes Neunkirchen, hat fünf Produktionen inszeniert und vier Musicals geschrieben. Von da kennt er das Gros der Darsteller seines neuen Projektes. In der ehemaligen Kettenfabrik am St. Arnualer Markt wird der Tiroler, der erst katholischer Priester, dann aber doch Leichenbestatter werden wollte, bevor er im Schauspiel landete, als Regisseur aktiv. Das Volkstheater in der Kettenfabrik zeigt dort ab 19. April in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater "Frau Suitner", ein Drama des Tiroler Volksdichters Karl Schönherr. Martin Leutgeb hat das Werk vom Tirolerischen ins Hochdeutsche übersetzt. Die Schauspieler haben unter der Federführung von Sandra Klein und Dieter Meier das Stück "ins Saarländische" übersetzt.

Das heißt: in viele Dialekte. Jede Schauspielerin, jeder Schauspieler spricht so, wie man dort redet, wo sie oder er herkommen. Und das ist in Saarlouis ganz anders als in Saarbrücken oder Neunkirchen und im Saarpfalzkreis wieder anders.

"Die Eheleute Suitner strebten stets nach materieller Absicherung und opferten ihre jungen Jahre dem Aufbau eines Krämerladens. Als sie es nach langer Plackerei endlich geschafft haben und alles abbezahlt ist, stellen sie plötzlich fest, wie wenig sie bisher von ihrem gemeinsamen Leben hatten", erklärt Sandra Klein, die die Hauptrolle der Frau Suitner spielt, die Handlung. Äußerlich geht es den Suitners zwar gut, aber ihr Kinderwunsch blieb unerfüllt. Eine "verzehrenden Qual und eine unerwartete Leere macht sich im Leben der Eheleute breit", sagt Klein.

Die Termine (jeweils um 19.30 Uhr): Premiere: 19. April (ausverkauft), 26. und 27 April, 2., 3. und 4. Mai. Karten: Telefon (06 81) 85 66 66

volkstheater

-kettenfabrik.com


 Dieter Meier, links, und Martin Leutgeb bei der Arbeit an der saarländischen Fassung von „Frau Suitner“.
Dieter Meier, links, und Martin Leutgeb bei der Arbeit an der saarländischen Fassung von „Frau Suitner“.