Premiere im Saarländischen Staatstheater Vulven, Pommes und zerbombte Städte — Die Jungfrau von Orléans ist eine Attacke auf die gepflegte Langeweile

Saarbrücken · Mysterium, Gaudium, Politikum: Das Theaterkollektiv „Hauen und Stechen“ macht Tschaikowskis „Jungfrau von Orléans“ zu dem Opernereignis der Saison in Saarbrücken. Radikal komisch, radikal politisch, radikal feministisch. Eine Frontal-Attacke auf die gepflegte Langeweile.

 Aus dem Scheiterhaufen qualmt’s schon mächtig. Und das scheinheilige Patriarchat im Hintergrund (eine fiese Reihe von Khomeini bis Trump) wartet, das Johanna brennen soll. Doch wo die Not am größten ist, naht auch Rettung. Diese „Jungfrau von Orléans“ endet in Saarbrücken jedenfalls ganz anders, als erwartet.

Aus dem Scheiterhaufen qualmt’s schon mächtig. Und das scheinheilige Patriarchat im Hintergrund (eine fiese Reihe von Khomeini bis Trump) wartet, das Johanna brennen soll. Doch wo die Not am größten ist, naht auch Rettung. Diese „Jungfrau von Orléans“ endet in Saarbrücken jedenfalls ganz anders, als erwartet.

Foto: Martin Kaufhold/Saarländisches Staatstheater/Martin Kaufhold

Soll ja keiner sagen, man hätte nicht ahnen können, was drinnen dräut: Das Theater geht schließlich schon vorher los. Vor der Premiere. Auf den Stufen zum Großen Haus ist ein Scheiterhaufen aufgerichtet. Und ein, naja, mittelgroßer und eigentlich ganz netter Wolf lädt zum Selfie mit Scheiterhaufen ein. Unterm „Jungfrau von Orléans“-Plakat. Und nicht wenige Gäste sind sofort Feuer und Flamme. Pardon, dieser Kalauer musste jetzt einfach sein.