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Volkstheater auf Saarländisch in der „Daarler Kettenfabrik“

Saarbrücken. Die alte „Daarler Kettenfabrik“ wurde immer mal wieder als Kulturort genutzt. Nun ist sie Sitz eines saarländischen Volkstheaters. Cathrin Elss-Seringhaus

Vorerst auf Zeit. Der ehemalige Staatstheater-Schauspieler Martin Leutgeb, zugleich Initiator des erfolgreichen Neunkircher Musical-Projektes, ist Chef der Unternehmung, die auf sechs Vorstellungen angelegt ist. Am Samstag feiert "Frau Suitner" Premiere, ein Volkstheaterstück von 1917 aus Leutgebs Heimat Tirol. Leutgeb hat das Karl-Schönherr-Drama ins Saarländische übersetzen lassen, inszeniert es selbst mit Laiendarstellern. Erzählt wird von einem kleinbürgerlichen Paar, das sein (Ehe-)Leben an die materielle Absicherung verschenkt hat.

"Die Saarländer schätzen ihren Dialekt gering, das ist schade", sagt Leutgeb der SZ. Er möchte gegensteuern, indem er zeigt, wie reich das Saarländische ist, lässt die Schauspieler, die aus Saarlouis oder dem Saarpfalzkreis stammen, jeweils ihr "Platt" sprechen. Zudem möchte Leutgeb den Beweis antreten, dass Volkstheater kein Klamauk ist, sondern eine ernst zu nehmende Theatergattung. Sollte sich Erfolg einstellen, meint er, könne das Volkstheater durchaus eine Institution werden. "Frau Suitner" werde durch Sponsoren sowie durch die Sach-Unterstützung des Saarbrücker Staatstheaters ermöglicht. Er selbst bekomme keine Gage. Leutgeb, der Saar-Idealist?

Termine: 27. April, 2., 3.,4. Mai (19.30 Uhr), St. Arnual, Augustinerstraße. Die Premiere am Freitag und die Vorstellung am 26.4. sind ausverkauft. Karten unter:

Tel. (06 81) 85 66 66; www. volkstheater-kettenfabrik.com.