Stadt setzt auf Elektroautos

Zapfsäulen für Benzin und Diesel gibt's genug. Aber was ist mit Ladegeräten für Elektroautos? Das Angebot wächst. Auf dem Eurobahnhof-Gelände wird es bald sogar zwei Anlagen geben – die zweite wird in einem neuen Parkhaus installiert.

Die Stadtverwaltung setzt auf umweltfreundliche Elektroautos und -fahrräder für ihre Mitarbeiter und will die Dienstfahrten mit privaten Autos senken. Im Rathaushof soll deshalb eine Ladestation für diese Fahrzeuge entstehen. Der Stadtrat hat der Investition zugestimmt, die maximal 145 000 Euro kosten soll, erklärte Bürgermeister Ralf Latz (SPD). Die Ladestation werde aber nur gebaut, wenn die Landesregierung die Hälfte der Kosten übernimmt. Das habe sie bereits in Aussicht gestellt, sagte Latz. Nun müsse die Verwaltung dem Land einen detaillierten Plan schicken. Erst wenn der Förderbescheid da ist, könnten die Bauarbeiten beginnen.

Der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) hat bereits ein Elektroauto, der Sponsor IFS Stadtmarketing werde der Verwaltung ein weiteres zur Verfügung stellen. Auf dem Auto werde aber keine Werbung stehen, betonte Christian Bersin, Leiter des Amtes für Klima- und Umweltschutz. Dafür dürften der Sponsor und seine Werbepartner einen Monitor nutzen, der vor dem Bürgeramt aufgestellt werden soll. Dem Sponsoring müsse der Finanzausschuss noch zustimmen.

Wenn sich das neue Elektroauto bewährt, könne die Flotte erweitert werden, meinte Latz. Die Ladestation sei für vier Autos ausgelegt. In dem kleinen Gebäude werden auch Ladegeräte für Elektrofahrräder der Mitarbeiter untergebracht. Auf der Außenseite kommen weitere neun Steckdosen für radelnde Bürger und Touristen dazu, berichtete Latz. Die Stadt werde eine geringe Gebühr von 50 Cent pro Stunde verlangen, damit Radfahrer die Steckdosen nicht tagelang blockieren. Den Ökostrom liefere die Energie SaarLorLux. Die Stadt wolle pro Elektroauto 12 000 Euro im Jahr sparen, erklärte Latz. Er hofft, dass Parkgebühren für sieben Autos von städtischen Mitarbeitern entfallen und die Stadt weniger für die Erstattung von Dienstfahrten ausgibt. Die Verwaltung wird nach Angaben von Latz außerdem Poller am Rathaus installieren, damit nicht Unbefugte auf den Hof fahren.

Die Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) hat bereits drei "Elektro-Solartankstellen" auf den Saarterrassen, im Burbacher IT-Park und am Eurobahnhof errichtet. Dort gibt es neun Plätze für Autos und 16 Plätze für Elektroräder, teilte Geschäftsführer Jürgen Schäfer mit. Allerdings seien die zum Teil für die Firmen reserviert sowie für Autos, die im Rahmen des Projekts "e-Mobil Saar" gemietet werden können. Vor allem im IT-Park werde die Anlage gut genutzt. Damit auch Firmen auf dem Eurobahnhof-Gelände auf Elektroautos umsteigen, werde es im neuen Parkhaus, das die GIU Mitte Mai eröffne, weitere sechs kostenlose Ladeplätze geben, sagte Schäfer. Auflademöglichkeiten für Räder würden neben dem Parkhaus installiert. Für die Räder werde eine geringe Gebühr verlangt. Die GIU sei Vorbild für die Stadtverwaltung, sagte Schäfer. Denn sie habe für ihre Mitarbeiter einige Elektroräder gekauft und ein Elektroauto gemietet.

Im IT-Park in Burbach lädt Gregor Fricker sein Elektrofahrrad auf. Foto: Becker&Bredel Foto: Becker&Bredel

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Hintergrund"e-Mobil Saar" ist ein Forschungsprojekt, das die Bundesregierung seit 2011 unterstützt und an dem neben der Landesregierung unter anderem die Deutsche Bahn beteiligt ist. Ziel ist es, Bus und Bahn durch den Einsatz von Elektroautos zu fördern, die mehrere Bürger nutzen (Car-Sharing). Das Projekt endet am 31. Mai, teilte Wolfgang Kerkhoff, Pressesprecher des Wirtschaftsministeriums, mit. Die Bürger hätten die Autos wenig genutzt: "In guten Monaten lag die Auslastung bei 20 Prozent." Was bleibt, seien aber die Ladesäulen und die Autos. An den Standorten werden Plätze für die "e-Mobil Saar"-Fahrzeuge reserviert, daneben gibt es auch Lademöglichkeiten für Elektroauto-Besitzer. Wer ein Elektroauto Probe fahren will, kann das während der "Schnupperwochen" tun, zum Beispiel am Mittwoch von 12 bis 16 Uhr am Hauptbahnhof sowie am 12. April vor der Europa-Galerie und am 24. April an der Uni. sm