Gondwana-Streit reißt nicht ab

Gondwana-Investor Matthias Michael Kuhl will das Prähistorium zum außerschulischen Lernort machen und fordert vom Land Unterstützung. Dies sei schon vor Jahren zugesagt worden. Doch das Land sieht sich nicht in der Pflicht.

Wie geht es weiter am Zukunftsstandort Reden ? Das Wirtschaftsministerium hatte Reden kürzlich zum "Standort der Möglichkeiten" erklärt und Veranstalter aufgerufen, dort Events abzuhalten - selbst Biergärten und Rostwurstbuden seien willkommen, hatte Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke (SPD ) gesagt. Bei Matthias Michael Kuhl, Betreiber des Gondwana-Parks, der sich in Reden befindet, kommt das nicht gut an. Sein Anwalt Hans-Georg Warken erklärte, die Pläne des Ministeriums seien weit von dem entfernt, was man sich unter einem kulturellen Angebot und einem außerschulischen Lernort vorstelle und werde Reden nicht gerecht: "Warum macht die Landesregierung nichts aus dem Standort?" Kuhl würde Reden , und vor allem Gondwana, gerne als Lern- und Bildungsort stärken und wirft dem Land vor, diesbezügliche Zusagen nicht einzuhalten.

Aus Sicht des Bildungsministeriums bietet Reden mit der Ausstellung "Das Erbe" und dem Zentrum für Biodokumentation Schülern schon heute eine "gute Umgebung für selbständiges Forschen und Lernen". Ein Besuch von Gondwana alleine erfülle diese Kriterien aber nicht, so Sprecher Jürgen Renner. Zudem könne das Ministerium nicht für Gondwana werben, da es sich um eine kommerzielle Einrichtung handele. Auch Staatssekretär Barke sieht das Land nicht in der Pflicht: "Es gibt keine vertragliche Zusicherung, einen Lernort unter Einbindung von Kuhls kommerziellem Angebot zu schaffen." Kuhl könne selbst auf Schulen zugehen und so Gondwana zum Bildungsort machen, er habe jedoch keinen Anspruch auf finanzielle Unterstützung.

Darum geht es Kuhl laut Anwalt Warken auch nicht: "Es geht nicht immer nur ums schnöde Geld." Das Land habe schon vor Jahren "ideelle Unterstützung" zugesagt. So lagere im Zentrum für Biodokumentation eine "bundesweit einzigartige" geologische Sammlung aus dem Karbon-Zeitalter, die das Land der Öffentlichkeit aber nicht zugänglich mache. "Es war abgesprochen, dass diese Schau in Gondwana gezeigt wird", sagt Warken. Bis jetzt sei aber nichts geschehen. Auch müsse sich das Land für eine bessere Anbindung des Standorts an die Bahn einsetzen.

Kuhl und das Land liegen seit geraumer Zeit miteinander im Clinch. Kuhl fordert rund 4,4 Millionen Euro, weil die Baukosten für Gondwana II, eine zweite Halle des Prähistoriums, höher ausfielen als geplant. Er hatte die Halle für das Land als Generalunternehmer gebaut und als Betreiber zurückgemietet. Das Land lehnt seine Forderungen jedoch ab. "Es wurde vertraglich festgelegt, dass Kuhl als Generalunternehmer die Risiken trägt, falls der Bau teurer wird", sagt Barke. Das Land wiederum hat Kuhl verklagt, weil dieser rund 500 000 Euro Pacht nicht gezahlt hat. Seinem Anwalt zufolge tut Kuhl das deshalb nicht, weil das Land Vereinbarungen nicht eingehalten habe. So habe das Land zugesagt, bis Ende Juli eine Wirtschaftlichkeitsprüfung von Gondwana durchzuführen und gemeinsam mit Kuhl ein unternehmerisches Konzept zu entwickeln, sagt Warken. Das Land habe sich nicht an die Frist gehalten.

Wie es mit Gondwana weitergeht, ist also unklar. Die Grünen-Fraktion im Landtag fordert indes die Landesregierung auf, die Kosten für das Projekt offenzulegen. Gondwana und der gesamte Zukunftsstandort Reden drohten zum Fiasko zu werden, so Fraktionschef Hubert Ulrich .