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Gartenglück gibt es nicht nur zu pachten

Traum vieler Städter: Ein heimeliger Kleingarten. Foto: dpa
Traum vieler Städter: Ein heimeliger Kleingarten. Foto: dpa
Saarbrücken/Düsseldorf. Der Schrebergarten, gehegtes Idyll und für viele unverzichtbares Gegengewicht zur Großstadthektik: Wer nutzt ihn eigentlich heute? "Kleingartenbesitzer stammen aus allen Schichten der Bevölkerung", sagt Nils Hardorp. Er ist Geschäftsführer und Gründer der Deutschen Gartenland GmbH Von SZ-Mitarbeiter Patric Cordier

Saarbrücken/Düsseldorf. Der Schrebergarten, gehegtes Idyll und für viele unverzichtbares Gegengewicht zur Großstadthektik: Wer nutzt ihn eigentlich heute? "Kleingartenbesitzer stammen aus allen Schichten der Bevölkerung", sagt Nils Hardorp. Er ist Geschäftsführer und Gründer der Deutschen Gartenland GmbH. "Das reicht von der Familie mit Migrationshintergrund über Studenten bis hin zu Chirurgen."



Seit 2007 bietet die Düsseldorfer Firma eine Alternative zu den Kleingartenvereinen. Während man dort sein Grundstück nur pachten könne, werde man bei der Deutschen Gartenland Grundstückseigentümer. "Das schafft eine größere Bindung und vermittelt auch einen gewissen Besitzerstolz", sagt Hardorp, um die eher psychologischen Unterschiede zur Pacht zu benennen. "Grundeigentum ist ja auch eine Geldanlage. Wir können Menschen zu Eigentümern machen, die diesen Status normalerweise kaum erreichen können." Deutschlandweit betreut die Düsseldorfer Firma Gartenanlagen. Im Saarland ist sie für Grundstücke in Klarenthal (Fenner Straße) und Jägersfreude (St. Johanner Straße) zuständig. Schon für um die 3000 Euro lasse sich eigener Grund und Boden erwerben und nach eigenem Geschmack gestalten. Die bei vielen Kleingartenvereinen geltenden Regeln seien beim Eigentum weitestgehend aufgehoben.

"Es gelten die Grundregeln des Bundeskleingartengesetzes", sagt Nils Hardorp, "die Laube darf nicht größer als 24 Quadratmeter sein und darf nicht mehr als ein Drittel des Grundstückes einnehmen. Die beiden weiteren Drittel teilen sich in Nutz- und Freizeitanteil."

Der Ansturm auf die Schrebergärten hat auch in Fernsehsendungen wie "Ab ins Beet" seinen Niederschlag gefunden. Für den 44-jährigen Hardorp wird sich die Nachfrage auch deshalb noch steigern: "Für Menschen, die sich kein Eigenheim kaufen können oder wollen, ist die Kombination aus Wohnung und Garten ein regelrechtes Eigenheim-Ersatzprodukt." Die Deutsche Gartenland GmbH sehe sich als ergänzendes Angebot auf dem vom Bund Deutscher Gartenfreunde (BDG) beherrschten Markt.

Etwa 90 Prozent der deutschen Kleingartenanlagen seien in diesem Dachverband organisiert. Dort könne man allerdings nur pachten und sei einem oft weitreichenden Regelwerk unterworfen.

"Bei uns regelt nur das Bürgerliche Gesetzbuch das Zusammenleben", sagt Hardorp, "und das ist doch völlig ausreichend."

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