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Ausbau der ambulanten Hilfen zum Wohnen für Behinderte geplant

Ausbau der ambulanten Hilfen zum Wohnen für Behinderte geplant

Saarbrücken. Im Saarland leben noch viele Menschen mit Behinderung bei ihren Familien, deutlich mehr als in anderen Bundesländern. Ambulante Hilfen sollen den Behinderten jedoch helfen, in einer eigenen Wohnung leben zu können

Saarbrücken. Im Saarland leben noch viele Menschen mit Behinderung bei ihren Familien, deutlich mehr als in anderen Bundesländern. Ambulante Hilfen sollen den Behinderten jedoch helfen, in einer eigenen Wohnung leben zu können. Für behinderte Menschen seien diese Hilfen ein wichtiges Instrument, um an der Gemeinschaft teilnehmen zu können, sagte Sozialministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) auf einer Fachtagung in Saarbrücken. Deshalb soll der Anteil dieser Wohnform erhöht werden: "Wir haben im vierten Landesbehindertenplan festgeschrieben, dass bis zum Jahr 2012 der Anteil der ambulanten Hilfen zum Wohnen an allen Hilfen zum Wohnen bedarfsgerecht und kontinuierlich auf über 25 Prozent gesteigert werden soll." Dies hat die Jamaika-Regierung auch im Koalitionsvertrag vereinbart. Bis 2012 sollen 570 Behinderte in ambulant betreuten Wohnungen leben können. Kramp-Karrenbauer machte in ihrer Rede auch deutlich, dass stationäre Hilfen nur gewährt werden sollen, wenn die notwendige Unterstützung nicht in ambulanter Form sichergestellt werden könne. Die Erhöhung des Anteils der ambulanten Wohnungshilfe könne aber nur erreicht werden, wenn alle Beteiligten zunächst gemeinsam analysieren, was im vergangenen Jahr die Entwicklung der Neuzugänge zum ambulanten Wohnen hemmte, so die Ministerin. 2009 wählten nach Zahlen des Sozialministeriums 65 behinderte Menschen die Wohnform mit ambulanter Hilfe. Vor zwei Jahren entschieden sich noch 74 Menschen dafür. Bernadette Hiery-Spaniol, geschäftsführende Prokuristin der gemeinnützigen Gesellschaft für paritätische Sozialarbeit, plädierte dafür, allen, die vom Wohnheim oder dem familiären Zuhause ins Wohnen mit ambulanter Hilfe wechseln, für die Dauer eines Jahres mindestens neun Stunden pro Woche einen Ansprechpartner zur Seite zu stellen werden. Dadurch könnten Menschen mit Behinderung etwa bei der Wohnraumsuche oder in finanziellen Fragen beraten werden. Das saarländische Sozialministerium veranstaltete die Tagung anlässlich der seit drei Jahren bestehenden ambulanten Hilfen zum Wohnen für Menschen mit Behinderung. Gemeinsam mit den sozialen Trägern wollte das Ministerium die Entwicklung dieses Angebots diskutieren. bera