Begegnungen, die bereichern

Mit einem Festakt am 13. Mai will das Gymnasium am Schloss das Jubiläum begehen. Auch die sechs anderen Gymnasien in Saarbrücken pflegen Kontakte ins Ausland. Hier ein Überblick der Partnerschaften.

Konflikte aushalten, mit Händen und Füßen reden und Erfolgserlebnisse verbuchen - all das gehört zu einem Schüleraustausch dazu. Schüler des Saarbrücker Gymnasiums am Schloss und Schüler des Lycée Hélène Boucher im französischen Thionville lernen bereits seit 25 Jahren mit- und voneinander. Denn so lange besteht schon die Partnerschaft zwischen den beiden Schulen. Das Jubiläum wird am Montag, 13. Mai, um 17 Uhr, im Saarbrücker Schloss mit einem Fest begangen.

Am Austausch nehmen jährlich 25 Schüler der neunten und zehnten Klasse teil. "In der Regel kommen die Franzosen im Mai eine Woche zu uns, und wir fahren dann im September eine Woche nach Thionville", erzählt Manuela Simmler, Studienrätin für die Fächer Französisch und Musik am Gymnasium am Schloss.

Die beiden Wochen werden unter ein bestimmtes Thema gestellt, damit "die Jugendlichen gar nicht anders können als miteinander zu reden", wie Simmler erzählt. In diesem Jahr stehen die deutsch-französische Freundschaft und Neue Medien im Blickpunkt. Neben der Partnerschaft mit Thionville pflegt die Schule außerdem einen Austausch mit der Institution St. Chrétienne in Saargemünd.

Simmler weiß um die Vorteile, die die Schüler aus dem Austausch ziehen: "Es ist eine persönliche Bereicherung, denn die Schüler gucken einmal über den Tellerrand hinaus und öffnen sich für andere Lebens- und Sichtweisen." Außerdem seien diese Begegnungen immer mit Erfolgserlebnissen verbunden: "Die Schüler können ihr Wissen, das sie im Unterricht erlernt haben, anwenden und haben dadurch einen unglaublichen Motivationsfaktor wenn sie merken, dass sie verstehen und sich zugleich verständlich machen können."Die Marienschule hat bereits seit 30 Jahren mit den Klassenstufen sechs bis neun einen regelmäßigen Austausch mit dem Collège und Lycée Saint Victor in Valence. "Daraus sind schon viele Freundschaften entstanden, die sich über Jahre gehalten haben", erzählt Thomas Meyer, stellvertretender Schulleiter. Den acht- bis zehntägigen Aufenthalt in Frankeich zahlen in der Regel die Eltern, doch gebe es auch eine finanzielle Unterstützung durch das Deutsch-Französische Jugendwerk.Das Otto-Hahn-Gymnasium reiht sich mit seinem Kontakt zum Lycée polyvalent Dorian Paris in den Reigen der deutsch-französischen Freundschaft ein. Die gegenseitigen Besuche sind jährlich für zwei Tage angesetzt. Finanziert wird der Austausch von den Eltern. Finanzielle Unterstützung gibt es bei Bedarf vom Schulverein. Die Austauschschüler übernachten bei Gastfamilien. "Die Schüler unterhalten zudem regelmäßigen E-Mail-Kontakt", sagt Schulleiter Bernd Bauer.Unser Nachbarland Frankreich ist selbstverständlich auch beim Deutsch-Französischen Gymnasium Programm. Relativ frisch ist die Partnerschaft mit einer Schule in Vierzon in Zentralfrankreich. Seit 2011 gibt es einen Austausch. "Sinkende Schülerzahlen im Fach Deutsch in Frankreich erschweren es, eine französische Partnerschule zu finden", weist Schulleiter Hans Bächle auf die Problematik hin. Seit zwei Jahren pflegt das Gymnasium außerdem einen Austausch mit einer Schule in Madrid. Das Willi-Graf-Gymnasium pflegt seit vier Jahren eine Schulpartnerschaft mit dem Colegio Monte Tabor im Großraum Madrid. Wichtig sei dabei das freiwillige Konzept: Wir wollen keine ganzen Klassen verschieben, sondern nur die mitnehmen, die wollen", erklärt Spanischlehrer Raoul Meurer. Da die Schüler zwei Wochen in Familien untergebracht sind, würden nur die Flugkosten anfallen. Im Aufbau sei derzeit auch eine Partnerschaft mit einer deutschen Schule in Peru. Ein Exot in Sachen Schulpartnerschaft ist das Ludwigsgymnasium. Neben Partnerschaften mit zwei Schulen in Frankreich, mit einer Schule in New York, mit drei Schulen in Spanien, mit drei Schulen in Lateinamerika und einem Gymnasium in Polen besteht seit 2012 auch alle zwei Jahre ein Austausch mit China. Weil die Schule finanziell von Saarbrücker Unternehmen unterstützt wurde, konnte sie die Reise nach Zhejiang im Oktober für 800 Euro anbieten, wie Schulleiter Heinz Paulus erzählt. Das Gymnasium am Rotenbühl hat eine Partnerschaft mit einer Schule in Sarre-Union, einer Schule in England und einer Schule in Spanien. Seit Kurzem gibt es auch einen Austausch mit dem Collège Bossuet Notre Dame in Paris. Außerdem kommen seit drei Jahren im Frühjahr rund 80 Schüler einer japanischen Schule nach Saarbrücken: "Sie bleiben auf ihrer Deutschlandreise einen Tag bei uns und stellen im Sportunterricht japanische Spiele vor", sagt Didaktikleiterin Petra Norrick.