Eine Geige erobert die Welt

Gesine Kolb, Lehrerin an der Musikschule der Stadt Saarbrücken, hat das grenzüberschreitende Musikprojekt „Eine Geige erobert die Welt“ initiiert. Dort verbindet sie Breiten- und Spitzenförderung. 40 junge Musiker sind dabei.

"Die musikalische Sprache ist universal!", sagt Gesine Kolb, Violinistin und Lehrerin an der Musikschule der Stadt Saarbrücken. Kolb ist die Autorin und Initiatorin des grenzüberschreitenden Musik-Märchen-Projekts "Eine Geige erobert die Welt", bei dem sie junge Menschen aus verschiedenen Kulturen über das gemeinsame Geigenspiel zusammenbringen möchte.

Beteiligt sind über vierzig Instrumentalisten zwischen fünf und fünfzehn Jahren; sie kommen aus Kolbs Violinklasse an der Saarbrücker Musikschule sowie den Violinklassen ihrer Kollegin Professor Vania Lecuit am Conservatoire du Musique de la Ville de Luxembourg und an der Luxemburger Ecole Privée de Notre-Dame Sainte- Sophie. Ebenfalls involviert sind eine jugendliche Tänzerin aus der Saarbrücker Tanzakademie Béatrice Dujardin, der Luxemburger Pianist Michel Abreu Lopez und SR-Moderatorin Maria Gutierrez, die den Part der deutschsprachigen Erzählerin übernimmt. Geplant sind auch zwei Aufführungen in Luxemburg, wobei dann jemand anderes in der dortigen Landessprache moderieren wird.

Kolbs Musikspiel erzählt aus Sicht des Instruments die Geschichte einer alten italienischen Geige, die öfters den Besitzer wechselt und dabei nicht nur neue Länder, sondern auch ein paar Geschwister aus ihrer Streicherfamilie kennen lernt. Dabei soll jeder Schüler gemäß seinen Fähigkeiten integriert werden: Die Großen sollen die Kleinen motivieren, und Fortgeschrittene wie der dreizehnjährige Gavriil Lecuit, Preisträger internationaler Wettbewerbe, dürfen auch solistisch glänzen. "Im Vordergrund steht jedoch das Zusammenspiel über Länder- und Sprachgrenzen hinweg", erläutert Kolb.

Sie stammt aus Hannover, ist Gast zahlreicher Rundfunkorchester sowie Jurorin internationaler Wettbewerbe und engagiert sich in interkulturellen Austauschprogrammen. Ihre Grundidee war, Breiten- und Spitzenförderung zu vereinen und den Kindern zu zeigen, wie der Musikunterricht im jeweils anderen Land funktioniert: "In Luxemburg ist alles sehr verschult, bei uns sehr verspielt - wie kann man voneinander profitieren?" Das Luxemburger System kennt Kolb von einer Vertretungs-Professur am dortigen Konservatorium, so kam auch der Kontakt zustande.

Logistisch gestaltete sich das Ganze freilich schwierig: Zwar konnte Kolb Sponsoren gewinnen, doch für die Proben in Luxemburg mussten die Eltern als Chauffeure ran, und die erste gemeinsame Probe auf deutschem Boden findet erst am Tag der Premiere statt. Dafür stellt die Hochschule für Musik (HfM) Saar die Räume zur Verfügung. "Eine solche Zusammenarbeit ist selten!", freut sich Kolb.

Uraufführung: Mittwoch, 1. Mai, 15 Uhr, Konzertsaal der Hochschule für Musik Saar. Der Eintritt ist frei.