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Junge Union Saar bald im Rentenalter – Wechsel an der Spitze

Heusweiler. Seit 1955 gibt es im Saarland die CDU-Jugendorganisation Junge Union. Am Wochenende hat sie ihr Jubiläum gefeiert. Gleichzeitig gab es einen Wechsel an der Spitze der JU: Alexander Zeyer löste Markus Uhl ab. Isabel Sand

Peter Jacoby, Peter Müller, Peter Altmaier und Stephan Toscani - sie alle waren Landeschefs der Jungen Union (JU) Saar. Und mischten danach maßgeblich in der "Erwachsenen-Politik" an der Saar und im Bund mit. Die JU Saar feierte am Freitagabend in Saarbrücken ihr 60-jähriges Bestehen mit Festredner und Kanzleramtsminister Altmaier. Dabei ließ die JU Saar ihre bewegte Geschichte seit der Gründung im Jahr 1955 Revue passieren. Zu den Höhepunkten zählten vor allem "die Initiativen im Rahmen der Diskussionen um die Polen-Verträge in den 70ern und der Ausstieg aus dem Kohle-Bergbau an der Saar in den 90ern", sagte der scheidende JU-Chef Markus Uhl. Aber auch während seiner fünfjährigen Amtszeit habe die junge CDU-Generation einige Erfolge erzielen können, wie etwa die Einführung der Nachtbusse oder den "Führerschein mit 17". Weiterhin setze sich die christdemokratische Jugendorganisation gegen Extremismus und für ein friedliches und freies Europa ein, wie beispielsweise bei einer Spendenaktion für die Flüchtlinge im Nordirak mit anschließender Reise ins Krisengebiet. Rückschläge seien laut Uhl insofern festzustellen, als dass die Mitgliederzahl seit den 80er Jahren stetig sinke. Mit rund 6000 Mitgliedern sei die JU Saar aber dennoch die größte politische Jugendorganisation im Saarland.

Mit der Neuwahl des Landesvorstandes, bei der Alexander Zeyer Uhl ablöste, begann am Samstag in Heusweiler eine neue Zeitrechnung bei der JU Saar. Der 21-jährige Zeyer aus St. Wendel-Bliesen stellte einen Fünf-Punkte-Plan vor, der für Denkanstöße in der Politik sorgen soll. Bei dem Landestag unter dem Motto "Unser Land weiter denken" ging es aber auch um die Verabschiedung Uhls, der aus Altersgründen ausschied. Er betonte noch einmal die großen Anliegen der JU, wie beispielsweise die Netzpolitik mit einem Breitbandausbau und freiem W-Lan, die Kommunal- und Polizeireform sowie die Flüchtlingspolitik. Ebenfalls Thema war eine Islamismus-Prävention auch für das Saarland. Zugleich richtet Uhl das Wort an die neue Generation der JU'ler mit dem Appell "unsere Gesellschaft droht die Innovationskraft zu verlieren, daher lieber mal etwas wagen, vielleicht scheitern, aber wieder aufstehen". Gerade die Fähigkeit sich immer wieder neu zu erfinden, sei kennzeichnend für die JU Saar.

Auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer würdigte die Arbeit Uhls und die JU Saar, die "ernsthafte Politik mit Spaß und Freude verbindet". Sie brachte die prekäre Haushaltslage des Saarlandes zur Sprache, die der Zukunftsgestaltung Grenzen setze. Mit den Worten "ich will alles daran setzen, dass sich die nächste Generation nicht mehr damit rumschlagen muss" betonte sie "die politische Verantwortung der CDU".