Pläne nach Polit-Karriere Ex-Außenminister Heiko Maas verkündet Rückzug aus der Politik

Update | Berlin/Saarlouis · Jahrzehnte war Heiko Maas in der Politik. Nun beendet er seine Politiker-Karriere, wie die SZ erfuhr. Er hat konkrete berufliche Pläne. Und die Nachrückerin im Bundestag steht fest.

Der frühere Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zieht sich rund zwölf Monate nach dem Ausscheiden aus dem Amt aus der aktiven Politik zurück. Der 56-Jährige wird sein Bundestagsmandat nach Informationen der Saarbrücker Zeitung zurückgeben.

Abschied von der Politik: So lief die Karriere von Heiko Maas
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Heiko Maas: Sein Leben und seine Karriere in Bildern

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Das sind die offiziell letzten politischen Worte von Heiko Maas

Seine Entscheidung hat er noch am Dienstag, 13. Dezember, in der SPD-Fraktion bekannt gegeben. Der Saarländer will bereits an diesem Mittwoch bei Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) seine Mandatsverzichts-Erklärung unterschreiben, wie die Saarbrücker Zeitung erfuhr.

In einem Brief an alle SPD-Mitglieder, der der Saarbrücker Zeitung vorliegt, schreibt Maas: „Nach meinen acht Jahren als Bundesminister in Berlin habe ich mich in diesem Jahr sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, wie meine politische und berufliche Zukunft aussehen könnte. Immer wieder habe ich erwähnt, dass ich nicht als Politiker in Pension gehen will. Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen.“

Heiko Maas beendet Polit-Karriere: Das sind seine Pläne für die Zukunft
Foto: Saarbrücker Zeitung

Maas wird im Januar in eine Berliner Anwaltskanzlei als Partner eintreten. Er ist Volljurist, hat aber bislang nicht als Anwalt gearbeitet. In dem Schreiben betont er, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen sei.

Heiko Maas beendet Polit-Karriere: Das sind seine Pläne für die Zukunft
Foto: Saarbrücker Zeitung

Der SPD-Politiker kam bereits 1994 in den saarländischen Landtag, wurde 1996 Umwelt-Staatssekretär, 1998 Umweltminister im Saarland, nach dem Ende der SPD-Regierung Oppositionsführer im Landtag, später auch SPD-Landeschef. Dreimal trat er erfolglos als Kandidat seiner Partei für das Amt des Ministerpräsidenten bei Landtagswahlen an.

Minister im Saarland und im Bund

Von 2012 bis 2014 war er Saar-Wirtschaftsminister in einer großen Koalition, ehe er für die SPD das Amt des Bundesjustizministers im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) übernahm. 2018 wurde er als Nachfolger von Sigmar Gabriel (SPD) Bundesaußenminister.

Das Amt fiel bei der Bildung der Ampel-Regierung 2021 an die Grünen. Maas sitzt seitdem als einfacher Abgeordneter im Bundestag. Er hatte allerdings schon in der Vergangenheit öffentlich geäußert, er wolle nicht „als Politiker in Rente“ gehen.

Emily Vontz aus Losheim rückt nach

Maas hatte sein Direktmandat 2021 im Wahlkreis Saarlouis gegen den damaligen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erobert. Für ihn rückt nun von der Landesliste der SPD die Landesvorsitzende der Jungsozialisten, Emily Vontz, in den Bundestag nach. „Es ist die Zeit gekommen, Platz zu machen für eine neue Generation. Mit Blick auf das Bundestagsmandat ist diese weiblich, jung, klug, frisch“, teilte Maas mit.

Die Politikwissenschaft- und Französisch-Studentin aus Losheim am See war im vergangenen September als 21-Jährige an die Spitze der SPD-Jugendorganisation im Saarland gewählt worden.

So reagiert Anke Rehlinger auf Maas‘ Rückzug

 Der frühere Justiz- und Außenminister Heiko Maas will beruflich noch mal neu anfangen.

Der frühere Justiz- und Außenminister Heiko Maas will beruflich noch mal neu anfangen.

Foto: Oliver Dietze

Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger äußerte sich zum Rückzug Maas. Er habe nicht nur das Saarland, sondern auch Deutschland und die Welt geprägt. „Die Saar-SPD und auch ich ganz persönlich sind Heiko Maas dankbar für seine erfolgreiche politische Arbeit über so viele Jahre. Er hat die Saar-SPD geprägt, ihr Profil verliehen und sie in seinen unterschiedlichen Funktionen großartig vertreten“, teilte Rehlinger mit.

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