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Heusweiler vertagt die Naturnähe

Heusweiler. Wie geht es weiter mit dem Projekt „Naturnahes Köllertal“? Im Heusweiler Gemeinderat umging man die Entscheidung. Nach der Kritik eines Umweltbeauftragten wurde die Entscheidung an den Umweltausschuss weitergereicht. Fredy Dittgen

Das Projekt "Naturnahes Köllertal" stellte der saarländische Tierschutzbeauftragte Dr. Hans-Friedrich Willimzik in der jüngsten Heusweiler Gemeinderatssitzung vor. Ziel des Projektes ist es, auf verwilderten Auenbereichen entlang des Köllerbaches - von der Quelle in Eiweiler bis zur Saareinmündung in Völklingen - in den nächsten fünf bis zehn Jahren vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen anzusiedeln. Die Tiere sollen die Auen frei halten und die Artenvielfalt erhöhen (wir berichteten mehrfach). Die Bürgermeister der vier betroffenen Kommunen waren im Vorfeld hellauf begeistert von diesem Projekt. Große Zustimmung gab es auch in den Stadträten von Völklingen und Püttlingen. Im Riegelsberger Gemeinderat hatte ebenfalls einhellig Begeisterung geherrscht - bis der Walpershofer Naturschutzbeauftragte Alban Alt seine Kritik gegen das geplante Projekt vorbrachte und der Rat eine Weiterberatung in den Fachausschuss verschob.

Die Proteste Alts haben offenbar auch den Heusweiler Gemeinderat zum Nachdenken verleitet. Während Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU ) vom Projekt sehr angetan war und auf eine schnelle Entscheidung drängte und Iris Langguth (Grüne) lobte: "Das Projekt begeistert mich, es wäre für unsere Region eine Besonderheit", gaben sich andere Ratsmitglieder zurückhaltend. So sagte Hans-Kurt Hill (Linke): "Das Beste, was man am Köllerbach tun kann, ist es, die Natur sich selbst zu überlassen. Das Quellgebiet in Eiweiler ist naturbelassen, für solch ein Projekt sehe ich dort keine Nutzungsmöglichkeiten." Patrick Meisberger (CDU ) erklärte: "Das ist ein sehr komplexes Projekt, bei dem viele Synergieeffekte notwendig sind. Ökologie und Ökonomie stehen sich diametral gegenüber."

Ulrich Krebs (FDP ) stellte den Antrag, eine weitere Beratung in den Natur- und Umweltausschuss zu verschieben und dazu alle Naturschutzbeauftragen sowie Vertreter des BUND und interessierte Bürger einzuladen "um ausführlich und in aller Breite zu diskutieren". Auf Vorschlag von Redelberger stimmte der Gemeinderat geschlossen zu, dies in der nächsten Ausschusssitzung zu tun. Der Ausschuss wurde auch beauftragt, einen Grundsatzbeschluss zu treffen, so dass der Gemeinderat nicht mehr über das Projekt beraten wird.