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Schimmelbefall in Kita Blieskastel-Lautzkirchen schlimmer als gedacht

Kitabetrieb muss ausgelagert werden : Gravierender Schimmelbefall in Kita

Der Kitabetrieb in Lautzkirchen muss nach den Ferien ausgelagert werden.

Wie die Stadt Blieskastel am Montagmorgen mitteilte, sollten in den Ferien Sanierungsmaßnahmen in der Kita stattfinden. Anschließend war geplant, die Einrichtung zum Beginn des neuen Kitajahres planmäßig zu öffnen. Jetzt kommt alles anders: Im Laufe der Sanierungsarbeiten wurden „neue, weitaus gravierendere Schäden“ festgestellt, die vor einer erneuten Eröffnung behoben werden müssen. Am 27. Juli waren die Arbeiten in der Kita bereits in vollem Gange. Als die Arbeiter im Erdgeschoss die abgehängten Decke öffneten, zeigte sich darunter ein dunkler Befall, laut der Stadt besteht Verdacht auf schwarzen Schimmel. Zur Sicherheit wurde umgehend der Umweltmedizinische Service Saarbrücken informiert, das gesamte Gebäude besichtigt, weitere Decken geöffnet und Proben in ein Fachlabor geschickt. Überprüfungen der Decken ergaben, dass es in dem Objekt wohl bereits in früheren Jahren zu Schimmelbefall gekommen sein dürfte, noch bevor die Stadt Träger der Einrichtung wurde.

Aufgrund der Problematik ruhen nun die Sanierungsarbeiten im Erdgeschoss des Hauses, nur im Obergeschoss, Spitzboden und Kellergeschoss sowie an der Außenanlage darf derzeit weitergearbeitet werden. Zur Schimmelbeseitigung müssen alle Deckenverkleidungen entfernt werden, sämtliche Decken, Wand- und Bodenflächen sowie das gesamte Inventar gereinigt werden, sodass keine Schimmelsporen mehr nachweisbar sind. Ein Besichtigungstermin mit einer Fachfirma hat am 30. Juli bereits stattgefunden. Die Arbeiten sollen kurzfristig beginnen. Erst nach Abschluss dieser Maßnahmen können wieder Handwerker die eigentlich vorgesehenen Bauarbeiten im Erdgeschoss durchführen.

Das wohl in den 50er-Jahren in kirchlicher Trägerschaft entstandene Gebäude, wurde 2002 in die Gebäude-Trägerschaft der Stadt Blieskastel übergeben. Wie die Stadt Blieskastel schreibt, wurde das Gebäude zuletzt vor rund 20 Jahren von der Kirche saniert und dies offensichtlich nicht ordnungsgemäß, wie sich nun nach und nach herausstellt. Bereits zweimal hatte es seit der Übernahme durch die Stadt Probleme mit Schimmelbildung gegeben, zuletzt Anfang 2020 in einem kleinen Bereich in einer Raum-Ecke im Obergeschoss. Nach einer ordnungsgemäßen Sanierung wurden schließlich Messungen vorgenommen, die keine Neubelastung ergaben. Das damalige Gutachten empfahl jedoch den Einbau einer Lüftungsanlage, um die zeitweise erhöhte Feuchtigkeit im Gebäude abzuführen. Diese Maßnahme hatte die Stadtverwaltung nunmehr für die zweite Ferienhälfte anvisiert.

Nach Einschätzung des zuständigen Bauamtes bei der Stadtverwaltung dürfte die Sanierung jetzt rund vier Wochen beanspruchen. Danach können die begonnenen, ursprünglichen Arbeiten auch im Erdgeschoss wieder aufgenommen und abgeschlossen werden. Damit ist abzusehen, dass der Kitabetrieb nach den Ferien ausgelagert werden muss. Der kirchliche Betriebsträger und die örtliche Kita-Leitung wurden laut Stadt umgehend über die Situation informiert. Darüber hinaus ist der Beigeordnete Guido Freidinger nach ersten Ortsterminen derzeit bereits im Gespräch mit den zuständigen Stellen, um geeignete Ausweich-Alternativen für die Betreuung zu finden. „Über die weitere Entwicklung werden wir die Kita-Leitung, den Betriebsträger und die Öffentlichkeit natürlich auch weiterhin auf dem Laufenden halten“, so der Beigeordnete in seiner Pressemitteilung.