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Stefan Warken lagert 31 Citroen DS in einer Halle in Blieskastel

Beeindruckende Citroen DS-Sammlung : Der Retter der automobilen Göttinnen

Der Citroen DS ist die Leidenschaft von Stefan Warken. In einem Blieskasteler Lager werkelt er an seiner beeindruckenden Sammlung.

Als André Lefèbvre 1955 ein von ihm entwickeltes Auto auf dem Pariser Salon vorstellte, setzte ein Umdenken über das Design von Fahrzeugen ein. Der DS war geboren, auf Französisch Déesse gesprochen, und das bedeutet Göttin. Der DS war damals wie auch heute noch Stil-Ikone und Maßstab für Fortschritt und Ästhetik beim Fahrzeugbau. Stefan Warken war damals noch nicht geboren. Und doch sollte sein Leben von der „Göttin“ gewaltig beeinflusst werden.

In Elversberg kam der kleine Stefan auf die Welt, dort wuchs er auf. „Unser Hausarzt fuhr immer DS. Das hat mir schon richtig imponiert, wenn der mit seinem Citroën regelrecht eingeschwebt kam“, berichtet Stefan heute. Später zog er nach St. Ingbert um, dort wohnt er noch heute. 1995 sah er im lothringischen Morschbach einen DS, der zum Verkauf stand. 14 000 Mark hat Stefan Warken für seinen ersten Citroën bezahlt. „Eigentlich war er Schrott. Bis er so war, wie ich es mir vorgestellt habe, kostete er dann doch mehr als 40 000 Mark.“

In den DS steigt man recht tief nach unten ein. Kaum, dass man den Motor angelassen hat, stellt sich das Auto etwas höher auf die Beine, die hydropneumatische Federung hält ein Niveau, das man einstellen kann. Bodenwellen und Schlaglöcher schluckt diese Federung. Man schwebt. Auch Stefan Warken schwebte in seiner Freizeit mit seiner Déesse. Ansonsten arbeitete er auf der Grube als Elektrosteiger.

„Mit den Autos ging das dann so weiter. Es ist halt so, dass man die Liebe zu einem Auto entdeckt, und, egal wo man automäßig im Leben hingerät, man kehrt doch immer wieder zu seinem Autotyp zurück. Und bei mir ist das halt der DS.“ So kaufte er, was ihm interessant erschien. Restaurierte, lernte, wie die hochkomplizierte Technik des französischen Trendsetters funktioniert. „Eigentlich grundsolide. Aber es gibt kaum deutsche Mechaniker, die sich für dieses Auto erwärmen“, schränkt er ein. Schon vor Jahrzehnten wies die Hydropneumatik selbst versierten Autobastlern ihre Grenzen auf, da mussten Profis ran.

Stefan Warken beherrscht die Feinheiten der DS aus dem Effeff. Das größte Problem, das ihm die Autos bereiteten, war der Platz, den sie verschlangen. 2006 fand er in Blieskastel das damals leerstehende Lager der Mariannenquelle. Er kaufte die geräumige Halle, und wenig später nochmal weitere Autos. Dann rief er einen Stammtisch ins Leben, bei dem sich die Eigner der Göttinnen bis heute regelmäßig treffen. „Da sind alle Berufsgruppen vertreten, aber so richtige Schrauber, wie ich es bin, gibt es kaum“, bedauert Warken.

Ja, es müssten momentan gerade 31 DS sein, die er gekauft und zum Teil restauriert hat. Und dann noch ein paar CX, einen HY-Kastenwagen und einen alten Citroën-Lkw. „Um alles zu restaurieren, was ich da rumstehen habe, müsste ich 150 Jahre alt werden.“ So arbeitet er gründlich und mit Ruhe gerade an einem DS, der von Grund auf erneuert wird. „Die Ersatzteilsituation ist toll. Dann fahre ich noch auf die gängigen Märkte und Messen in Frankreich, Holland und Deutschland. So bekomme ich alles, was ich an Teilen brauche.“

Ständig kommen Menschen, die sich für die Autos interessieren. Das Design und die Technik faszinieren auch heute noch. Aber: „Es ist viel Schrott auf dem Markt. Die Preise sind gewaltig nach oben gegangen, und in Frankreich wird heutzutage mehr verlangt als in Deutschland. Wenn dann jemand zu mir kommt, der für zehn- bis fünfzehntausend Euro einen DS gekauft hat, und sieht, was tatsächlich zu machen ist, der ist schnell der Verzweiflung nah. Ein restauriertes Auto in guter Qualität ist selten unter vierzig- bis sechzigtausend Euro zu haben.“ Dann freilich hat man ein Auto, das kaum mehr an Wert verliert, eher weiter gewinnt. Aber: „Die Göttin braucht Zuwendung“, erklärt Warken. Wer sich daran hält, hat viel Freude.

Und Warken berät gerne interessierte Menschen, die ernsthaft der DS-Zuneigung zum Opfer fallen. Da fährt er als Experte auch einmal selbst mit, um ein Auto vor dem Kauf zu begutachten. Wenn er Zeit hat. Aber meistens findet man ihn im früheren Lager der Mariannenquelle zwischen seinen eigenen Autos.