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FSV Jägersburg hofft auf Planungssicherheit

Fußball-Oberliga : Corona kompliziert die Kaderplanung

Der Amateurfußball befindet sich weiter in der Warteschleife. Während die aktuelle Saison unterbrochen ist, rüsten sich viele Vereine bereits für die kommende Runde. Doch die Unsicherheit in der Gesellschaft färbt auch auf den Sport ab – und macht die Planungen kompliziert. Auch beim Oberligisten FSV Jägersburg.

Der Lockdown legt den Fußball lahm. Das ist keine neue Erkenntnis. Vier Monate ist es her, dass in den Klassen unterhalb der Regionalliga zuletzt der Ball rollte. Die Spielzeiten in den Ligen sind unterbrochen – ob sie fortgeführt werden: ungewiss.

Einige Vereine können die Zwangspause zumindest gewinnbringend nutzen. Um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Verträge mit Spielern und Trainern zu verlängern. Oder Neuzugänge an Land zu ziehen.

Bei anderen gestaltet sich das schwieriger. Beim FSV Jägersburg zum Beispiel, der als Aufsteiger in die Oberliga in der Gruppe Süd bis zur Unterbrechung eine starke Rolle spielte. Die Lila-Weißen lagen auf Rang fünf – die ersten sechs Teams der Abschlusstabelle nehmen an einer Aufstiegsrunde in die Regionalliga teil – zumindest wenn die Saison fortgesetzt wird.

Doch wie die Jägersburger in der darauf folgenden Saison aufgestellt sein werden, ist noch nicht abzusehen. Die Kaderplanungen seien noch nicht angelaufen, bestätigt der FSV-Vorsitzende Martin Germann. Er befürwortet, die pausierende Saison abzubrechen und zu annullieren. „Ich rechne auch damit, dass die Runde nicht mehr fortgeführt werden kann. Es gibt viel zu viele Unsicherheiten“, sagt Germann. Er würde es begrüßen, „wenn sich der Verband rasch zu diesem Schritt entschließen würde“. Für die Oberliga ist nicht der Saarländische Fußballverband, sondern der Fußballregionalverband Südwest zuständig, der Anfang März über eine Fortsetzung beraten will (siehe Infobox).

„Erst dann herrscht Planungssicherheit für die Vereine“, sagt Germann. Und erst dann könne der FSV auch mit Sponsoren reden. Und abklopfen, ob und in welchem Umfang sie den Verein in Zeiten von Corona unterstützen können. Das habe selbstverständlich Einfluss auf die Kaderplanung. „Wir können schlecht Spieler verpflichten, wenn wir die finanziellen Möglichkeiten noch gar nicht richtig überblicken können“, sagt Germann. „Wir wollen nicht vage planen – wir wollen richtig planen.“

Der FSV-Vorsitzende geht aber davon aus – „ohne mich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen“ – dass Trainer Tim Harenberg und das Gros der Spieler dem Verein treu bleiben werden.

Bis zur Unterbrechung der Runde Ende Oktober hatte Jägersburg als Aufsteiger Platz fünf unter den zwölf Teams der Süd-Gruppe der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar belegt. Zum Auftakt zahlten die Lila-Weißen zwar ordentlich Lehrgeld, kamen beim aktuellen Tabellenführer Wormatia Worms mit 2:7 unter die Räder und verloren auch das folgende Spiel beim FC Arminia Ludwigshafen (2:4). Doch im Anschluss lief es für den FSV immer besser. Siegen gegen den FC Speyer (2:1), Mitaufsteiger FV Eppelborn (4:3) und einem Remis gegen den TuS Mechtersheim (0:0) folgte zwar eine Niederlage gegen den Tabellenzweiten FV Dudenhofen (1:3). Im folgenden Spiel schickte der FSV dafür den Saar-Rivalen Röchling Völklingen im Heimspiel mit einer 0:2-Niederlage im Gepäck auf die Heimreise. Überhaupt ließen sich die Jägersburger von Rückschlägen nie aus der Bahn werfen. Nach der 0:4-Klatsche gegen Hertha Wiesbach zeigte der FSV beim 4:2-Sieg im letzten Spiel vor der Rundenunterbrechung gegen den Dritten FV Diefflen, dass er auch mit den Top-Teams der Liga mithalten kann.

Anschließend versank auch die Oberliga im vorzeitigen Winterschlaf. Nun bleibt zu hoffen, dass die starke Entwicklung, die der FSV Jägersburg bis dahin genommen hatte, durch Corona nicht nachhaltig ausgebremst wird.