Volleyball: TV Lebach spiet gegen SSC Freisen

Volleyball : Ganz besonderes Derby für Mira Weber

Der Rivalenkampf geht in die nächste Runde: Volleyball-Drittligist TV Lebach hofft im Derby gegen den SSC Freisen auf 600 Zuschauer. Im Blickpunkt stehen wird vor allem Mira Weber, die vor der Saison von Lebach nach Freisen gewechselt ist.

Als die Volleyballerinnen des TV Lebach am letzten Spieltag der Drittliga-Saison 2018/19 vor der Rekordkulisse von 800 Zuschauern in eigener Halle den SSC Freisen mit 3:0 besiegten, war der Jubel groß. Auch bei Lebachs damaliger Mittelblockerin Mira Weber.

Wenn der TV an diesem Samstag, 12. Oktober, um 19.30 Uhr in der Sporthalle an der Dillinger Straße erneut den SSC empfängt, dann würde sich die 19-Jährige über einen Sieg des TV aber nicht mehr freuen. Denn Weber geht mittlerweile für Freisen ans Netz. Vor der aktuellen Spielzeit wechselte Weber vom Club aus der Theelstadt zum SSC.

Ihr letztes Spiel für ihren alten Club bestritt die aus Bergweiler in der Gemeinde Tholey stammende Volleyballerin also gegen ihren neuen Verein. „Das wusste ich damals allerdings noch nicht“, berichtet Weber. „Ich hatte auch eigentlich für diese Saison in Lebach schon zugesagt“ verrät die 19-Jährige.

Doch da sie mittlerweile wegen ihres Studiums der Sportwissenschaft und Gesundheit nach Kaiserslautern umgezogen ist, wurde ihr der Aufwand, regelmäßig nach Lebach zu fahren, zu groß. „Ich habe gemerkt, dass ich es wegen der weiten Fahrten fast nicht mehr ins Training schaffte. Das hat dann so keinen Sinn mehr gemacht. Das war der einzige Grund für meinen Wechsel.“

Nachdem Weber beim SC Hasborn mit dem Volleyballspielen begann, schloss sie sich vor fünf Jahren den Theelstädterinnen an. „Ich habe mich beim TV immer wohl gefühlt“, erklärt die Studentin. Richtig gut gefällt es Weber aber auch bei ihrem neuen Club aus Freisen: „Ich bin sehr gut aufgenommen worden“, freut sich die 19-Jährige.

Beim Wiedersehen mit ihrem Ex-Verein trifft sie auch auf ihre Freundinnen Cara Deppner und Mira Bohlen sowie auf Lena Zewe, mit der sie erst kürzlich noch gemeinsam zu einem Beachvolleyball-Turnier nach Italien reiste. „Das Spiel ist für mich etwas Besonderes“, gibt die Neu-Freisenerin zu.

Zumal auf Weber im Mittelblock des SSC eine Schlüsselrolle zukommen könnte, wenn Freisen im Derby erfolgreich sein will. „Der Block wird bei uns wichtig sein, weil Lebach einen starken Angriff hat“, ist sich Weber sicher.

Kann es da ein Vorteil sein, dass sie ihre Gegenspielerinnen bestens kennt? „Natürlich ist es gut, wenn man weiß, ob eine Angreiferin lieber diagonal oder an der Linie entlang schlägt“, sagt die 19-Jährige. „Aber umgekehrt kennt Lebach auch unsere Spielweise gut.“

Zudem glaubt Weber, dass das sportliche Leistungsvermögen nicht das einzige entscheidende Kriterium im Kampf der Lokalrivalen sein wird: „So ein Derby ist immer auch ein emotionales Spiel“, weiß die Mittelblockerin. Im Klartext: Neben Können spielen auch der Wille und der Umgang mit der besonderen Atmosphäre des Aufeinandertreffens eine große Rolle.

Diesbezüglich sieht Weber ihre Mannschaft trotz der jüngsten 0:3-Heimniederlage gegen den VfR Umkirch gut gerüstet. Die Motivation, Wiedergutmachung für diese Pleite zu betreiben, scheint beim SSC groß zu sein. „Wir haben die Woche sehr verbissen trainiert“, schildert Weber ihre Eindrücke.

Nicht ganz so einverstanden mit dem Trainingsfleiß seiner Mannschaft war dagegen Lebachs Trainer Philipp Betz in den vergangenen Wochen. „Was dort an Leistung und Einsatz gezeigt wurde, reicht einfach nicht“, monierte der 31-Jährige nach der 2:3-Niederlage seiner Mannschaft am vergangenen Samstag beim Tabellenführer SV Sinsheim. „Deshalb habe ich auch ein paar Einzelgespräche mit den Spielerinnen geführt.“

Trotzdem ist Betz optimistisch, dass sein Team im Heimspiel gegen Freisen die Oberhand behält. „Wenn wir halbwegs unsere Leistung abrufen, sollte uns das gelingen“, erklärt der TV-Übungsleiter. „Denn ich denke, wir haben den besseren Kader.“ Dass die Rekordkulisse von 800 Besuchern, die es beim vergangenen Aufeinandertreffen beider Saarclubs gab, eingestellt wird, glaubt der 31-Jährige nicht. Trotzdem hofft Betz auf eine prall gefühlte Halle. „Wir rechnen mit 600 Zuschauern“, sagt der Übungsleiter.

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