Tausende Kraniche über dem Saarland

Auf ihrem Weg zu den Winterquartieren in wärmeren Gefilden im Süden überfliegen Kraniche derzeit auch das Saarland. Experten gehen von rund 200 000 Tieren aus, die nach Süden streben. Erkennbar sind sie bei Nebel auch an ihren trompetenartigen Rufen.

Von Ende Oktober bis Anfang November ziehen die Kraniche aus Skandinavien, Mittel- und Osteuropa nach Süden. In Deutschland nehmen die graufiedrigen Vögel laut Thomas Heinicke, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kranich-Informationszentrums in Groß Mohrdorf (Mecklenburg-Vorpommern), zwei große Zugstraßen: Von Osten kommend reisen sie über Brandenburg und den südlichen Harz, aus nördlicher Richtung kommend über Niedersachsen, das Ruhrgebiet und Luxemburg zu den Überwinterungsgebieten. Dabei überqueren nach Angaben der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) in Koblenz dieses Jahr bis zu 40 Prozent der Kraniche Rheinland-Pfalz. Auch über das Saarland ziehen die Tiere auf dem Weg in wärmere Regionen hinweg, bevor sie im Frühjahr wieder in den Norden zurückkehren. Weiter geht es dann über den Lac du Der-Chantecoq im Nordosten Frankreichs und über Bordeaux.

Die genauen Routen sind laut Thomas Heinicke vom Wind und Wetter abhängig. So sind in diesem Jahr laut SGD Nord etwa 200 000 Tiere über der hiesigen Region auf dem Weg nach Südfrankreich und Spanien unterwegs. Bereits in dieser Woche seien rund 2000 Glücksbringer in einer typischen "V"- oder Linienformation über der Region um das Deutsche Eck gesichtet worden. Wer die Schwärme wegen des nebligen Wetters nicht sehen kann, erkennt sie an ihren trompetenähnlichen Lauten. Auf dem langen Weg zu wärmeren Regionen kommt ihnen die Arbeit der deutschen Bauern zugute: Die Allesfresser finden auf den abgeernteten und umgegrabenen Feldern kleine Tiere und Pflanzenüberreste.

Mehr von Saarbrücker Zeitung