Erdmännchen und Pinguine vorn

Wildtierhaltung ist teuer. Einen willkommenen und jährlich steigenden Beitrag zur Kostendeckung in Zoo und Wildpark liefern Patenschaften für einzelne Tiere. Die Stadt Saarbrücken kann immer mehr solcher Tierfreunde gewinnen.

Der König der Tiere im Saarbrücker Zoo ist - die Giraffe. Jedenfalls was den Preis für eine Patenschaft anbelangt. Den Puma zu unterstützen, kostet im Jahr 300 Euro , für den Gorilla müssen 400 Euro aufgebracht werden, die Giraffe steht mit satten 800 Euro in der Liste - und hat leider, wie der Zoo auf Nachfrage mitteilt, derzeit keine Patin oder Paten. Vielleicht sollte das Management noch mal über den Tarif nachdenken?

Alles in allem aber macht der Zoo wohl einiges richtig, um durch Patenschaften Freunde zu binden und Kostendeckungsbeiträge einzusammeln. Wie Stadt-Pressesprecher Thomas Blug auf SZ-Anfrage mitteilt, waren im vergangenen Jahr 225 Personen bereit, mit einer Patenschaft für einzelne oder mehrere Tiere den Zoo zu unterstützen. Insgesamt kamen 14 630 Euro zusammen. Am beliebtesten waren erwartungsgemäß eher kleine, vor allem von Kindern als putzig empfundene Tiere aus der Einstiegs-Preisliga 25 bis 50 Euro : Pinguine und Erdmännchen, Steppenfuchs und Totenkopfäffchen. Die Tarife bemessen sich nach Angaben der Stadt vor allem am Aufwand für die Haltung. Die Erlöse aus den Patenschaften seien in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen, 2006 habe man Einnahmen in Höhe von 1800 Euro verbucht, heißt es.

Auch im städtischen Wildpark Saarbrücken freut man sich, wenn Tierpatenschaften für ein Jahr abgeschlossen werden. Sie werden seit 2012 angeboten. Wie Leiter Ralf Blechschmidt versichert, wird das Geld ausschließlich für Tierfutter, Tierarztkosten sowie den Bau und die Instandsetzung von Gehegen verwendet. Außerdem ermöglichten die Einnahmen besondere Anschaffungen wie der Kauf eines Ziegeniglus (2013), einer Rundballenraufe (2014) und eines Thermo-Wasserfasses (2015). Der Wildpark hat nach eigenen Angaben derzeit 56 Tierpaten. Eine ältere Dame aus Saarbrücken habe sogar aktuell drei Patenschaften: für Goldfasan, Waldkauz und Wildkatze. Sie ist das beliebteste Patentier, obwohl mit 150 Euro nicht ganz billig. Das teuerste Patentier ist mit 300 Euro der Luchs, das Meerschweinchen ist mit 40 Euro am günstigsten.

Eine Wildkatze im Saarbrücker Wildpark. Sie ist das beliebteste Patentier des Parks. Archivfoto: Ralf Blechschmidt.

Alle Tierpaten werden am Eingang zum Wildpark namentlich auf einer "Tierpatentafel" genannt. Jährlich findet ein "Tierpatentag" statt, zu dem alle Tierpaten zu einer Führung mit dem Tierpfleger durch den Wildpark eingeladen werden. Die Einnahmen aus Tierpatenschaften betrugen im letzten Jahr 5510 Euro . Die Tendenz ist kontinuierlich steigend.

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