Stadt sagt Graffiti den Kampf an

Im Bauausschuss des Stadtrats hat die Verwaltung vorgestellt, wie sie künftig gegen Graffiti-Sprüher vorgehen will. Ein Koordinator beim Entsorgungsbetrieb ZKE soll mit dem Ordnungsamt und der Polizei eng zusammenarbeiten, jede Schmiererei anzeigen und Reinigungsaktionen organisieren.

Saarbrücken. Die Verwaltung geht in die Offensive gegen die Graffiti-Schmierereien in der Stadt. Dieser Tage präsentierte sie den Fraktionen im Bauausschuss des Stadtrates ihr Konzept. 400 000 Euro will sich die Stadt den Kampf für mehr Sauberkeit pro Jahr kosten lassen. Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer machte aber klar, dass dieses Geld woanders im Haushalt gespart werden müsse. Vorbild für das Graffiti-Konzept ist die Stadt Koblenz. Die habe einen Koordinator eingesetzt, der eng mit dem Ordnungsamt, der Polizei und der Staatsanwaltschaft zusammenarbeite und gegen die Sprüher vorgeht. Zu seinen Aufgaben zähle zum Beispiel, die Schmierereien zu fotografieren und ein Kataster aufzubauen, bei der Polizei Anzeige zu erstatten und die Reinigung städtischer Gebäude zu veranlassen. Der Koordinator soll auch geschädigte Bürger und Geschäftsleute beraten, schreibt die Verwaltung in der Vorlage für die Sitzung. Für sie ist klar: Die Stadt muss Vorbild sein bei der Graffiti-Reinigung. Und: "Ein langer Atem ist für den Erfolg zwingend notwendig." Graffiti müssten immer wieder entfernt werden, um die Verursacher zu entmutigen, jede Schmiererei zudem angezeigt werden.Die Verwaltung schlägt vor, die Koordinierungsstelle und eine Graffiti-Hotline beim Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE) einzurichten. Bürger sollen beraten werden, wie sie die Schmierereien entfernen oder was sie bereits im Vorfeld tun können. Das Koblenzer Modell will die Stadt nun in der Rosenstraße und in der Kaiserstraße testen. Dort häuften sich Graffiti an Hauswänden, Eingangstüren und Toren. Die Eigentümer sollen ausführlich über die Aktionen informiert werden. Sind sie erfolgreich, sollen weitere Straßen folgen.

Arbeitsgruppe gegen Graffiti

Seit 2010 gibt es eine Arbeitsgruppe Graffiti, die sich auf den Bereich zwischen Großherzog-Friedrich-Straße und Saar, Hauptbahnhof und Paul-Marien-Straße konzentriert hat, um das St. Wendeler Modell zu prüfen. Das ziele vor allem auf Privateigentümer. Kern des Modells sei, dass Maler ihre Arbeit für einen gemeinnützigen Zweck, die Kriminalvorbeugung, spenden und von der Steuer absetzen können. Der Landesinnungsmeister der Maler habe der AG Graffiti aber mitgeteilt, dass bei korrekter steuerrechtlicher Abwicklung ein Defizit für die Betriebe entstehe, heißt es in der Vorlage weiter. Die Stadt habe sich deshalb gegen dieses Modell entschieden. Für die Verwaltung ist wichtig, Initiativen wie die Interessengemeinschaft Mainzer Straße sowie die Gewerbetreibenden am Markt, in der Bahnhofstraße und im Kaiserviertel für ihr Konzept zu gewinnen. Wie die SZ berichtete, gibt der Gebäudemanagement-Betrieb jährlich 45 000 Euro aus, um Graffiti an städtischen Gebäuden beseitigen zu lassen. Dazu kommen Vandalismusschäden an Bussen und Saarbahnen, die die Saarbahn GmbH pro Jahr rund 20 000 Euro kosten. Alleine für die Reinigung von Brücken, Pfeilern und Schaltkästen rechnet die Stadt mit 250 000 Euro. Die Fraktionen stimmten dem Konzept im Ausschuss zu.