Gemälde als Basis für Gedankenaustausch

Burbach. Die Europameisterschaft ist in diesen Tagen selbstverständlich das Thema Nummer eins, wenn die Schüler der Nachmittagsbetreuung in der Füllengartenschule zu Plakatfarbe und Pinsel greifen. "Das Runde muss in das Eckige" könnte zum Beispiel das Werk des jungen Künstlers Salih heißen, der besonders gerne mit einer Kratztechnik arbeitet

Burbach. Die Europameisterschaft ist in diesen Tagen selbstverständlich das Thema Nummer eins, wenn die Schüler der Nachmittagsbetreuung in der Füllengartenschule zu Plakatfarbe und Pinsel greifen. "Das Runde muss in das Eckige" könnte zum Beispiel das Werk des jungen Künstlers Salih heißen, der besonders gerne mit einer Kratztechnik arbeitet. Also das Blatt zunächst dick mit mehreren Farbschichten bestreicht, um dann die oberste Schicht wieder abzukratzen und so sein Motiv zu schaffen. Eines davon zeigt, wie einer von mehreren Bällen gleich im Torwinkel einschlagen wird. "Ja, so könnte man es deuten, es könnte aber auch was ganz anderes sein", meint Kursleiter Hans Knerr, der das ganze Jahr über alle 14 Tage mit den Kindern arbeitet. Denn es ist erlaubt und erwünscht abstrakt zu malen. Knerr erklärt: "So können die Kinder über ihre Bilder mit ihren Eltern ins Gespräch kommen: Der eine sieht das, der andere etwas ganz anderes." Fahnen sind auch ein beliebtes Motiv. Lea hat sogar ein ganzes Fahnenmeer als Kulisse für zig fliegende Fußbälle gemalt. Auf Alex' Bild ist nur eine selbst entworfene Flagge zu sehen. Wie die schwedische Fahne hat sie ein gelbes Kreuz in der Mitte, die Ecken sind allerdings bunt. Das Malprojekt, an dem bis zu 20 Kinder aus allen Klassenstufen der Grundschule teilnehmen, ist ein Angebot des Programms "School 's out" der gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeitslosenberatung und Beschäftigung Burbach (gabb), welche in der Füllengartenschule für die Nachmittagsbetreuung zuständig ist. Karin Schröder ist die pädagogische Leiterin. Auch sie staunte am Freitag bei der Ausstellung der bisher entstandenen Werke, was die Kinder so alles geschaffen hatten. Zum Beispiel im November. "Der war grau", erinnert sich Knerr. Also haben die Kinder ihre Blätter einheitlich grau ausgemalt. Das Besondere: Sie hatten die Flächen vorher mit Krepp-Klebestreifen präpariert, die später abgezogen wurden. So entstanden weiße Streifen, die das trübe Novembergrau durchbrachen. Die vier Jahreszeiten finden sich auf den Bildern ebenso wieder, wie Weihnachten und Ostern. Langweilig wird es nie. "Wir setzen auf Action-Painting", erklärt der Künstler, da darf auch mit Farbe gespritzt werden, wenn es der Kunst dient.