Kirkel blickt in die 2020er Jahre

Die Stärken nutzen, die Schwächen ausbügeln – an diesem Ziel will der Kirkeler Gemeinderat nun verstärkt arbeiten. Am Ende der „Vision Kirkel 2025“ soll eine Gemeinde stehen, die sich lebenswert präsentiert. Zunächst wurde der Ist-Zustand analysiert.

Ein so genanntes "Integriertes Gemeindeentwicklungskonzept" ist in der Regel nicht nur viele Seiten stark, sondern inzwischen auch Grundvoraussetzung für die Aufnahme von Städten und Gemeinden in entsprechende städtebauliche Förderprogramme. Auch deswegen hat sich Kirkel schon vor einiger Zeit dazu entschlossen, eine entsprechende Stärken- und Schwächenanalyse in Auftrag zu geben - und daraus folgende Handlungsempfehlungen für die Zukunft der Gemeinde abzuleiten. Anlässlich seiner Sitzung am vergangenen Donnerstagabend stimmte der Gemeinderat abschließend diesem Gemeindeentwicklungskonzept einstimmig nun zu.

Dem Votum vorausgegangen war eine Vorstellung des im Kirkeler Fall fast 300 Seiten starken Analysepapiers, ausgearbeitet von einem externen Expertenbüro, namentlich Argus Concept mit Sitz in Saarbrücken. Deren Projektkoordinatorin Raffaella Del Fa stellte den Kirkeler Gemeinderäten im Kern vier Handlungsfelder vor, die in der Zukunft verstärkt berücksichtigt werden sollen: Städtebau und Wohnen, soziale Infrastruktur, lokale Wirtschaft und Nahversorgung sowie technische Infrastruktur, Verkehr und Umwelt.

Top-Thema Demografie

Dabei nannte Del Fa vor allem den demografischen Wandel und den damit zu erwartenden Rückgang der Bevölkerungszahl in Kirkel als wesentliches Vorzeichen für alle kommenden Planungen. So sei gerade in Kirkel ein überdurchschnittlicher Bevölkerungsrückgang zu erwarten, "gleichzeitig wird die Bevölkerung älter." Auf Basis eigener Feststellungen und ausgehend von Zahlen und Daten, die die Kirkeler Gemeindeverwaltung bereitgestellt hatte, stellte Del Fa der Gesamtgemeinde im Bereich Städtebau und Wohnen ein gutes Zeugnis aus. So gebe es eine hohe Wohnqualität, eine mit 2,5 Prozent sehr geringe Leerstandsquote bei privatem Wohnraum oder auch sehr viele ortsteilprägende Gebäude.

Negativ merkte Del Fa das aktuelle Erscheinungs-Bild des Marktplatzes in Kirkel-Neuhäusel oder auch die wenig attraktive Situation im Bereich der Straße "Auf der Windschnorr" in Limbach an. Mit diesen Positiv-Negativ-Vergleichen arbeitete sich die Diplom-Ingenieurin für Raum- und Umweltplanung durch die drei Ortsteile - mit einer ganzen Liste von Handlungsempfehlungen als Ergebnis. In dieser Liste fanden sich unter anderem die Aufwertung des Bahnhofsumfeldes und der Bahnhofstraße in Limbach, die Umgestaltung des Marktplatzes in Kirkel-Neuhäusel zum attraktiven Treffpunkt, die Optimierung der beiden Schulstandorte in Limbach und Kirkel-Neuhäusel, ein Seniorenangebot in Altstadt oder auch die Reduzierung von gewerblichen Leerständen in der Gesamtgemeinde. Das Ganze fasste Del Fa unter der "Vision Kirkel 2025" mit den Kernzielen "Wandel generationenfreundlich gestalten", "Kultur und Natur" sowie "Intakte Arbeitswelt" zusammen. Del Fa: "Dieses Leitbild dient als Kontrollinstrument."

Entwicklung für die Ortsteile

In einem zweiten Schritt, und das machte Kirkels Bürgermeister Frank John (SPD) nach den Ausführungen von Raffaella Del Fa deutlich, gehe es nun um Teilentwicklungskonzepte für die drei Kirleler Ortsteile. Und neben der Bedeutung des Gemeindeentwicklungskonzepts für die Aufnahme ins entsprechende Förderprogramm sei das Konzept, so John, auch nötige Grundlage für die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes für die Gemeinde.

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