„Die Anstrengung hat sich gelohnt“

Ein Jahr Vorbereitung, Training und intensive Planung – dann konnte es endlich losgehen. Im Rahmen eines Seminarfachs haben Schülerinnen und Schüler des Neunkircher Gymnasiums am Krebsberg eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike geplant - und die dann auch durchgezogen.

Für zwölf Schülerinnen und Schüler des Neunkircher Gymnasiums am Krebsberg werden die Sommerferien in diesem Jahr wohl unvergesslich bleiben. Denn obwohl es schon mehrere Wochen her ist, dass sich eine Truppe aus zwei Mädels und zehn Jungs zusammen mit ihrem Lehrer Mark Hubertus und dessen Kollegin Silke Petzold gen Süden aufgemacht hatte, sind bei Valentin Dorr (17) und Dennis Ecker (18) die Eindrücke von ihrer Alpenüberquerung noch quicklebendig.

Zusammen mit Mark Hubertus haben sie im Gespräch mit unserer Zeitung von ihren Erlebnissen berichtet. In sechs Etappen ging es über rund 430 Kilometer von Füssen bis zum Gardasee - wohlgemerkt mit reiner Muskelkraft und auf dem Mountainbike. Die Vorbereitung der Tour wurde in einem Seminarfach absolviert. Verschiedene AGs haben sich um Streckenführung, Sponsoring, Übernachtung und technische Unterstützung gekümmert (wir haben berichtet). Jetzt liegt die Tour hinter dem Team.

In der Rückschau war für Valentin der größte Moment, nach allen Strapazen tatsächlich am Ufer des Gardasees zu stehen. "Bei mir war es die Tour an sich", sagt Dennis und erzählt vom Erfolgserlebnis, bei 35 Grad einen Mountainbike-Pfad in den Alpen zu bezwingen. Kondition brauchten die Radler allemal. Ein gutes Jahr hatten sie sich intensiv auf ihre Tour vorbereitet. Und wenn es mal an was fehlte, hat die Gruppe, so sind sich Schüler und Hubertus einig, einen enormen Teamgeist bewiesen. Gepäck wurde übernommen, Kollegen den Berg hochgezogen - eine Erfahrung, die zusammenschweißt. Angesichts der Strapazen auf der zweiten Etappe, die mit 90 Fahrtkilometern und rund 1700 Höhenmetern etwas länger und höher ausgefallen war als geplant, hatte sich die Gruppe entschieden, auf der dritten Etappe eine Alternativroute zur Regeneration zu nehmen. "Das hat funktioniert und ab da war ich mir absolut sicher, dass alle am Ziel am Gardasee ankommen werden", gibt Hubertus zu. Besonders beeindruckt habe ihn der starke Leistungszuwachs in der Gruppe noch auf der Tour.

Damit immer genug Energie zur Verfügung stand, hatte sich die Gruppe mit isotonischen Getränken und Energieriegeln ausgestattet. Zwischendurch wurde eingekauft, abends ging man essen. "Viele von den Jungs haben sich abends zwei Hauptgerichte bestellt und die dann weggeputzt", illustriert Hubertus den enormen Energieumsatz bei einer solchen Tour. Immerhin wollten Reschenpass und Gampenpass bezwungen werden. Der höchste Punkt der Tour war mit 1866 Metern über dem Meeresspiegel der Gantkofel hoch über dem Etschtal.

"Zwischendrin gab es dann auch mal Schotterwege mit gut 17 Prozent Steigung, bei denen es über 600 Höhenmeter nur rauf ging", erzählt Valentin von den anstrengenden Teilen der Tour. Für alle Strapazen habe es aber meist sofort eine Entschädigung gegeben: entweder ein grandioser Ausblick oder eben nach der Plackerei eine schöne Abfahrt.

Kleinere Stürze sind nicht ausgeblieben, große Verletzungen gab es jedoch keine, versichern die Teilnehmer im SZ-Gespräch. Auch von technischen Pannen - abgesehen von zwei platten Reifen und mehreren zu wechselnden Belägen für die Scheibenbremse - sei man verschont geblieben, so Hubertus. Um den Gepäcktransport hat sich ein Begleitfahrzeug, besetzt mit Hubertus' Mutter und Stiefvater gekümmert.

Und weil alles so gut organisiert war, ist die Tour reibungslos gelaufen. Alle würden es wieder tun - wann, das wollen sie sich aber offen lassen.

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