Schneeleopard ist auf dem Sprung

Bald wird das erste der drei Gehege der neuen Raubtieranlage im Neunkircher Zoo fertig sein. Dann ziehen die Braunbären um. Bis dahin ist noch einiges zu tun. „Aber es geht voran“, freut sich Zoodirektor Fritsch.

. Bald wird es ernst für Lars und Sophie. Die beiden Braunbären im Neunkircher Zoo sollen nämlich spätestens in vier Wochen in ihr neues Gehege umziehen. Um einiges später, als bei Baubeginn 2010 geplant. "Wir haben am Anfang gedacht, dass das anders laufen kann mit den Bauarbeiten", formuliert Zoodirektor Norbert Fritsch auf SZ-Anfrage. Ursprünglich waren drei Bauabschnitte geplant: Bärengehege, Schneeleoparden und Wildhunde, die nacheinander abgearbeitet werden sollten. "Das ging nicht. Das haben wir schnell gemerkt. Das muss alles parallel laufen." Und so wird es dann auch - dies soll laut Fritsch nun endgültig gesetzt sein - zur Saisoneröffnung 2014, also März/April - eine Drei-Gehege-Eröffnung geben. Zurzeit laufen fürs Bärengehege die letzten Arbeiten. Das Haus mit Boxen ist fast fertig, innen wäre es schon benutzbar, in diesen Tagen wird das Vorgehege fertig werden. Etliches ist angepflanzt und muss anwachsen, die Becken sind fertig, der Zaun fast gestellt. Der Umzug geht für die Bären völlig harmlos von Statten. Sobald sie schlafen, wird man ein Zaunelement rausnehmen, das neue Haus wird vorbereitet. Dann wartet man ab. "Vermutlich geht Sophie zuerst. Sie ist schon immer die Mutigere", weiß Fritsch. Jedenfalls wird es "idealer Umzug ohne Stress für die Bären und Extrakosten für uns". Schließlich ist Sophie zwar fit, aber mit 34 Jahren auch nicht mehr die jüngste Bärendame. Die Bären werden dann aber erst einmal weiter von Baustellen umzingelt sein. Denn dann geht es für die Schneeleoparden und die asiatischen Wildhunde weiter. Die Schneeleoparden werden das alte Bärengehege beziehen. Da wird außerhalb bereits seit Monaten gearbeitet. Und auch für die Windhunde laufen die Arbeiten parallel. "Das geht einfach: Die brauchen kein Haus und der Zaun wird niedriger." Für die Schneeleoparden wird das Haus bleiben, die Fundamente werden genutzt, Kunstfelsen kommen rein. Der junge Mann, der dort sein Zuhause findet, ist bereits im Zoo angekommen. Er ist der Erste seiner Art, der jemals ins Saarland kam. Zurzeit ist er - wie alle Neuankömmlinge - noch in Quarantäne. Letztes Jahr wurde er geboren, ist ein waschechter Ungar und kam sozusagen mit einem Sammeltransport aus dem Zoo in Szeged. Vermutlich im Oktober wird seine bessere Hälfte anreisen. Die Dame kommt aus Helsinki. "Das wurde alles schon vor Jahren klar gemacht", ist Fritsch glücklich, dass es endlich "richtig voran geht". In Sachen asiatische Wildhunde wird noch im September Heike Maisch vom Zoo Erfurt und EEP-Beauftragte (Europäische Art-Erhaltungsprogramm) kommen, sich das Gehege ansehen, Tipps geben und die Zahl der Rudeltiere festlegen. "Das hat ja Zeit, das genügt, wenn das im nächsten halben Jahr passiert." Mit Schneeleoparden und den Wildhunden ist dann der Neunkircher Zoo in zwei weiteren EEP-Programmen. "Die Raubtieranlage ist eine große Maßnahme und hat alle Beteiligten viel Schweiß gekostet. Ich bin froh, wenn sie endlich Realität wird. Für den Zoo wird das ein enormer Attraktivitätssprung", freut sich Fritsch.