„Haben Kostenplan bei Werkstatt eingehalten“

Die Saarbahn GmbH hat beim Bau der Werkstatt in Brebach kein Geld verschleudert. Die Werkstatt sei auch nicht zu groß. Damit reagiert Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Reuter auf den Prüfbericht des Landesrechnungshofs.

. Die Saarbahn GmbH hat die Kritik des Landesrechnungshofs an der Saarbahn-Werkstatt in Brebach zurückgewiesen. Der hatte beanstandet, mangelndes Kostenbewusstsein des Unternehmens habe zu einem finanziellen Schaden für das Land geführt. Der Rechnungshof kritisiert "unnötige Leistungsvergaben", außerdem sei die Werkstatt viel zu groß (die SZ berichtete auf der ).

Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Reuter konterte die Kritik am Freitag: "Wir sind im Kostenrahmen geblieben und haben eine Punktlandung hingelegt. Dem Land ist kein Schaden entstanden." Die Werkstatt sollte nach seinen Angaben Bund und Land nach einer Kostenschätzung 24,7 Millionen Euro kosten. Die tatsächlichen Kosten hätten eine Million Euro darüber gelegen, sagt Reuter. Davon müsse man aber rund 800 000 Euro unter anderem für die Projektsteuerung und weitere Eigenleistungen des Unternehmens abziehen, die die Saarbahn GmbH bezahle.

Ein Schaden könne auch deshalb noch nicht entstanden sein, weil die Saarbahn GmbH noch gar nicht alle Zuschüsse erhalten habe, denn die Endprüfung des Landes stehe noch aus. Reuter wies außerdem die Kritik des Rechnungshofs zurück, die Werkstatt sei zu groß, weil sie für 42 Fahrzeuge ausgelegt sei. Dabei sei das Unternehmen von der so genannten Ausbaustufe I ausgegangen. Die beinhaltet, dass die Saarbahn eines Tages nach Neuscheidt, also in Höhe der BMW-Niederlassung, und zum Bahnhof Burbach fährt. "Nur wenn diese Linie 2 nicht kommt, hätte der Landesrechnungshof recht." Ein schrittweiser Ausbau der Werkstatt hätte aber zu Mehrkosten geführt, argumentiert Reuter und verweist auf ein Gutachten der Wibera AG. Darin steht: "Die Werkstattkapazität ist, auch im Vergleich zu anderen wirtschaftlich arbeitenden Straßenbahn-Instandhaltungswerkstätten, keinesfalls überdimensioniert."

Norbert Reuter gibt aber zu, dass bei der Bauüberwachung für die Werkstatt mehrere Ausschreibungen nötig waren, weil er mit bestimmten Leistungen nicht zufrieden war. "Das hat aber zu 100 Prozent die Saarbahn GmbH bezahlt", sagt der Geschäftsführer.

Reuter glaubt an Weiterbau

Reuter ist optimistisch, dass die beiden Strecken nach Neuscheidt und die Rotfeld-Kurve in Richtung Burbach gebaut und rechtzeitig fertig werden, bevor der Bund Zuschüsse zurückfordert. Reuter: "Bis 2019 muss das Geld abgerechnet sein." Er stellte klar: "Wir stehen zur Linie 2. Das ist aber eine politische Entscheidung." Rund 47 Millionen Euro würden der Bau der einen Kilometer langen Strecke in Richtung Burbach und die 1,7 Kilometer nach Neuscheidt kosten, sagte der Saarbahn-Chef. 60 Prozent übernehme der Bund, dieses Geld sei bereits bewilligt. Das Land müsse 30 Prozent übernehmen, die Saarbahn GmbH den Rest. Aus einem weiteren Bundestopf erhielten die Länder weiteres Geld. Doch wie viel das Saarland künftig daraus bekommt, stehe wohl erst 2014 fest. Reuter: "Erst dann kann eine Entscheidung über die Linie 2 fallen. Wenn diese Entscheidung 2014 fällt, könnten wir bis 2018 bauen."

Der Landesrechnungshof hatte in seinem Prüfbericht für 2012 erklärt, er halte den Bau der Linie 2 für nicht mehr realistisch und befürchte, dass der Bund Zuschüsse von 25 Millionen Euro nicht auszahle. Gleichzeitig drohe eine Rückforderung des Bundes von 2,8 Millionen Euro für die neue Eisenbahnbrücke am Römerkastell. Reuter sieht das gelassener, weil er an den Bau der Strecke glaubt. Kürzlich hätten zum Beispiel alle Bundestagskandidaten während einer Veranstaltung betont, wie wichtig die Saarbahn für das Land sei.

Schließlich verweist Reuter darauf, dass der Landesrechnungshof nicht nur Kritik übe, sondern die Saarbahn GmbH auch gelobt habe. Sie habe die Strecke nach Heusweiler "sehr engagiert und kostenbewusst" abgewickelt.

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