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Erster Spielfilm „Die Sonne brennt“ von Joséphine Demerliac ist ein experimenteller Garagenfilm

Im Spielfilm-Wettbewerb von Max Ophüls Preis : Experimenteller Garagenfilm um die Frage aller Fragen: „Die Sonne brennt“

„Die Sonne brennt“, der erste Spielfilm von Joséphine Demerliac, ist ein experimenteller Garagenfilm um unerwiderte Liebe. Er läuft im Wettbewerb des Filmfestivals Max Ophüls Preis.

Die Leute sind Salatköpfe. „People are Salads“ singt Joséphine Demerliac auf der Tonspur doppeldeutig, während sie in der dazugehörenden Filmszene über die Liebe verzweifelt – oder nach einer Odyssee der Einsamkeit beginnt, eine Antwort auf die Fragen aller Fragen zu finden. „Warum lieben mich die Leute, die ich liebe, nicht?“, fragt sie immer wieder.

In ihrem ersten Spielfilm „Die Sonne brennt“ spielt Demerliac, 1992 in Paris geboren, die Französin Zou, die in Berlin strandet – zwischen Anselm, der sie nicht widerliebt, einem lausigen Kreativjob und Liebesabenteuern, die mit Liebe so viel zu tun haben wie Bahnhofsbuletten mit grünem Feldsalat. Wie Generation Erasmus und Millenials mit Job, Sex und Liebe hadern, hat man schon gesehen.

Aber Demerliac geht experimentell zur Sache: mit viel Musik auf der Tonspur (darunter das eingängig melancholische „Did You Really Say No“ von Vanessa Paradies und Oren Lavie), Soundkollagen, die schon mal Dialoge überdecken, und technischen Spielereien wie Bild in Bild-Szenen. Letztere sind dem Erzählfluss des Films nicht immer zuträglich, aber Demerliac werkelt ja nicht klassisch narrativ. Und sie hat den Eigensinn, eine in ihrer Widersprüchlichkeit auch mal unsympathische Antiheldin zu spielen, zu inszenieren, zu schneiden und zu produzieren.

Am Ende geht es nicht nur um Liebe: Als Ausländerin und Nicht-Muttersprachlerin bekommt Zou Vorurteile und Retourkutschen ab, wenn sie sich gegen Erwartungen wehrt. „Le Soleil Brûle“ sind Szenen, Stimmungen und Musik, die zu einer Collage verschmelzen, und aus der prägnante Erfahrungen und intensive Gefühle herausstechen – wie spätere Erinnerungen an einen Auslandsaufenthalt oder eine Lebensphase.