Neubau des Gerätehauses der Feuerwehr in Besch wird zur Hängepartie

Neuer Standort wird geprüft : Debatte um Domizil der Wehr in Besch neu entbrannt

SPD und Grüne haben im Perler Gemeinderat einen Vorschlag für den Standort des Gerätehauses der Bescher Wehr gemacht.

Das neue Domizil für die Feuerwehr in Besch, es ist eine Art unendliche Geschichte: Seit 15 Jahren wird in dem Perler Ortsteil über den richtigen Standort für ein neues Feuerwehr-Gerätehaus diskutiert, fast 20 mögliche Plätze wurden dabei schon ins Auge gefasst. Das jetzige Gerätehaus ist marode und nicht mehr nutzbar, seit fünf Jahren schon sind die Einsatzfahrzeuge der Bescher Wehr in einer Firmenhalle im Gewerbegebiet nahe dem Ort untergebracht. Im Frühjahr dieses Jahres sah es nun so aus, als herrsche endlich Klarheit: Ein neues Gerätehaus sollte neben dem seit drei Jahren geschlossenen Gebäude der Grundschule Besch an der Franziskus­straße entstehen. Was noch ausstand, war der Beschluss des Gemeinderates, dass die Gemeinde die Planungen für das neue Gebäude in Angriff nehmen sollte.

Das wird auch vorerst so bleiben. Denn in der jüngsten Sitzung des Rates am Donnerstag präsentierte die neue Ratsmehrheit aus SPD und Grünen einen neuen Standort-Vorschlag, der jetzt mit dem bereits feststehenden an der Schule verglichen werden soll. Die SPD-Fraktion hatte diesen Vorschlag ins Gremium eingebracht. Ihr Vorsitzender Michael Fixemer sagte: „Das Feuerwehr-Gerätehaus soll auf zwei Flächen in der Straße Zu den Mühlen, die sich im Besitz der Gemeinde befinden, errichtet werden.“ Diese Fläche sei groß genug, um das Gerätehaus mit dem zuletzt vorgesehenen Raumkonzept (unter anderem mit Jugendraum, Schulungsraum, Werkstatt und einer Garage für drei Fahrzeuge) auch dort zu realisieren. So seien keine zeitaufwendigen Umplanungen mehr erforderlich, auch die Kosten würden sich auf dem Niveau bewegen, das aktuell für den Standort Franziskusstraße berechnet wurde. Anstelle eines Feuerwehrgerätehaus will die SPD beim Schulgebäude in Besch einen Buswendeplatz mit Haltestellen sowie zusätzlichen Parkraum schaffen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Trierweiler zeigte sich irritiert: „Der Antrag der SPD kam sehr überraschend auf uns herab.“ Die CDU hatte Ende Mai noch einen eigenen Antrag zum Feuerwehrhaus Besch eingereicht, in dem es darum ging, dass der Löschbezirk Besch bei der Realisierung des Neubaus an dem ursprünglich angedachten Platz beteiligt werden soll. Dieser Antrag stand wegen der Kommunalwahlen und der politischen Sommerpause – wie der SPD-Antrag – erst jetzt auf der Tagesordnung des Rates. Um den ursprünglichen Standort bei der Schule (Franziskusstraße) hatte es auch noch Gerangel gegeben, weil das Bildungsministerium, in dessen Eigentum sich das Gelände befindet, sich zunächst gesperrt hatte. Zuletzt aber hatte das Haus von Minister Ulrich Commerçon dem Gerätehaus-Neubau neben dem Schulgebäude zugestimmt. Was die SPD vorhabe, werde die Verwirklichung des Gerätehauses aber erneut verzögern, urteilte Trierweiler, und zwar „um einige Jahre“.

Das wies SPD-Mann Fixemer zurück: Das mit dem Innenministerium abgestimmte Raumkonzept für das Gerätehaus an dem jetzigen Standort könne „eins zu eins“ auf den von ihm vorgeschlagenen Platz übertragen werden. Die Grundstücke dort befänden sich im Eigentum der Gemeinde, die bauliche Umsetzung sei am neuen Standort sogar wohl einfacher als am bisher geplanten. Grünen-Fraktionschef Christian Schramm ergänzte: „Uns wurde versichert, dass es hinsichtlich des Verfahrensstandes keine Verzögerung bei einem Ausweichen auf diesen neuen Standort geben werde.“ Sein Fraktionskollege Karl Raczek sprach die Nachteile der bisher geplanten Fläche an: „Dort blockiert sich alles gegenseitig.“ Auch FDP-Fraktionschef Franz Keren begrüßte den Vorschlag: „Es ist eine gute Idee, dass die Feuerwehr aus dieser Ecke herauskommt.“ Der bisher vorgesehene Standort an der Schule sei eine „Schnapsidee“. CDU-Ratsmitglied Walter Follmann gab zu bedenken, dass der neue Standort die Gemeinde durchaus mehr Geld kosten werde: „Die Gemeinde könnte diese beiden Flächen dann nicht mehr als Bauland veräußern.“

Grünen-Vertreter Schramm schlug vor, dass der Bauausschuss in seiner nächsten Sitzung Anfang Oktober die beiden Standortvarianten nochmals diskutieren solle. Die Verwaltung solle bis dahin eine detaillierte Aufstellung über die anfallenden Kosten sowie den zeitlichen Ablauf der weiteren Planung für beide Standort entwickeln. Diesen Variantenvergleich begrüßte auch FDP-Vertreter Keren ausdrücklich. Nach kurzer Sitzungsunterbrechung verständigte der Rat sich dann auf diese Vorgehensweise.

Mehr von Saarbrücker Zeitung