Investition von 2,44 Millionen Euro: Kita St. Marien Merzig eingeweiht

Kita St. Marien Merzig eingeweiht : „Alle Kinder können überall spielen und toben“

Die Kita St. Marien in Merzig wurde eingeweiht. Sie bietet Platz für 54 Kinder – und als neues Konzept die Gruppenöffnung.

Es gibt ein Sprichwort, das besagt: „Gut Ding braucht Weile.“ Ein Sprichwort, das zu den langwierigen Umbaumaßnahmen der Kindertagesstätte St. Marien in Merzig passt. Nach zehn Jahren, elf Umzügen und elf Jahrgängen sind diese jetzt abgeschlossen und wurden vergangene Woche mit einem Kinderfest gebührend gefeiert.

„St. Marien ist die Kita-Baumaßnahme mit der längsten Bauzeit“, sagte Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld zur offiziellen Eröffnung und erinnerte an die Anfänge: „Der Beginn lief ganz gut, doch dann kamen einige unerwartete Überraschungen, die keiner hatte kommen sehen.“

Die genaue Chronologie hielt Monika Kretzer-Heck, Leiterin des Katholischen Kinderhauses St. Marien, fest: Ursprünglich bestand die Kita nur aus ihrem Hauptgebäude. Als das Lebensmittelgeschäft Basenach geschlossen wurde, übernahm man die Räumlichkeiten als Nebengebäude. Im Laufe der Jahre wurde das Hauptgebäude sanierungsbedürftig und so wurden 2012 unter anderem zwei Notausgänge und neue Fenster eingebaut. Um beide Gebäude künftig miteinander zu vereinen, begannen 2013 die Arbeiten für den Anbau des Zwischengebäudes.

Bis zum Richtfest im März lief noch alles wie geplant, doch einen Monat später hieß es: Baustopp. Grund dafür war die fehlende Statik des Hauptgebäudes, das vorerst im Erdgeschoss und Keller durch Stützpfeiler stabilisiert wurde. Der Betrieb lief vorerst weiter, währenddessen wurde weiter am Zwischenbau gearbeitet. In den Sommerferien 2013 begann der erste Umzug, weitere zehn sollten folgen: Die Kindergartenkinder wurden in die Kita St. Josef verlegt, während die Krippe in Container umzog. 2015 wurde der Zwischenbau fertiggestellt und das alte Hauptgebäude abgerissen, 2016 neu errichtet und 2017 fertiggestellt, danach erfolgte bis September 2019 die Sanierung des alten Nebengebäudes.

In den neuen Funktionsräumen können die Kinder spielen und basteln. Foto: leis

Durch die deutlich längere Umbauphase erhöhten sich nach Angaben von Bürgermeister Hoffeld die Kosten. „Mit einer Gesamtinvestition von rund 2,44 Millionen Euro gehört die Sanierung der Kita St. Marien zu den großen Kita-Baumaßnahmen der letzten zehn Jahre. Möglich war dies nur durch die Unterstützung der Zuschussgeber aus dem öffentlichen Bereich durch Land und Kreis mit jeweils 624 000 Euro und des Merziger Unternehmens Kohlpharma, das mit 240 000 Euro einen großen Teil der Landeszuschüsse finanziert hat“, sagte Bürgermeister Hoffeld.

Mit einem Eigenanteil von rund 1,2 Millionen Euro hat die Kreisstadt Merzig als Gebäudeträger zirka die Hälfte der Gesamtinvestition getätigt. „Geld, das Kindern zugute kommt“, betonte Hoffeld und bedankte sich bei allen Beteiligten, darunter den städtischen Mitarbeitern, Architekten und Planern sowie dem Träger, der Kita gGmbH, den Eltern und den Kindern für ihre Geduld. Julia Selzer, Assistentin der Geschäftsführung von Kita gGmbH, dankte allen für die hervorragende Zusammenarbeit und beglückwünschte Stadt und Kinder zum neuen Gebäude.

Was sich für Monika Kretzer-Heck und ihr Team jetzt geändert hat? „Alles“, sagte sie, „die Räume sind ganz neu und das pädagogische Arbeiten hat sich durch die Gruppenöffnung geändert.“ Die Gruppenöffnung sei ein Alleinstellungsmerkmal. „Alle Kinder können überall spielen und toben, wo sie möchten“, erzählte Kretzer-Heck, „betreut werden sie von ein bis zwei Erziehern in den Räumen.“

In denen haben die insgesamt 54 Kinder, davon 17 Krippen- und 37 Kindergartenkinder, reichlich Platz zum Spielen und Toben. So gibt es einen Bewegungsraum im Zwischengebäude mit Bistro, im Neubau befinden sich die Funktions- und Schlafräume, wo die Kinder spielen und basteln können. Und im sanierten Nebengebäude sind die Büros und ein Rückzugsort für die Erzieher untergebracht. Auch das Außengelände wurde komplett neu gestaltet und hält viel Fläche für die Abenteuer der Kinder bereit. „Wir fühlen uns sehr wohl hier“, sagte Kretzer-Heck erleichtert.

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