Mitgliederboom dank Kunstrasen

Saarbrücken. Brebach hatte den ersten, auch Bischmisheim oder Bliesransbach haben einen, der auf dem Rastpfuhl wird demnächst eröffnet und nicht nur St. Arnual möchte einen haben. Die Rede ist vom Kunstrasenplatz. Gerade wenn im Winter die Spiele auf Rasen ausfallen oder sich Hartplätze in Schlammwüsten verwandeln, wird der Ruf der Vereine nach künstlichem Grün immer lauter

Saarbrücken. Brebach hatte den ersten, auch Bischmisheim oder Bliesransbach haben einen, der auf dem Rastpfuhl wird demnächst eröffnet und nicht nur St. Arnual möchte einen haben. Die Rede ist vom Kunstrasenplatz. Gerade wenn im Winter die Spiele auf Rasen ausfallen oder sich Hartplätze in Schlammwüsten verwandeln, wird der Ruf der Vereine nach künstlichem Grün immer lauter. "Die neuen Kunstrasenplätze kommen dem Naturrasen sehr nahe. Auf Plätzen, wie dem neben dem FC-Sportfeld, lässt sich vernünftig spielen. Bei älteren Anlagen wie in Bad Breisig ist das schon problematisch", sagt Dieter Ferner, Trainer des Fußball-Oberligisten 1. FC Saarbrücken. Der Kunstrasenplatz beim Ligakonkurrenten gehört noch zur Generation der mit Sand verfüllten Plätze. Bei Trockenheit wird er betonhart, der Untergrund verwandelt sich bei starkem Regen in eine Schlitterbahn. Heute wird in den Kunstrasen ein Gemisch aus Sand und Kunststoffgranulat eingebracht. Es entsteht "echtes Rasenfeeling", aber ohne die naturüblichen Unebenheiten und Löcher. Die Baukosten eines modernen Platzes liegen zwischen 360000 und 720000 Euro, je nach Größe, Zustand des Unterbaus, Umzäunung und Umfeld. In den vergangenen Jahren stellte die Stadt Saarbrücken jeweils 150000 Euro im Haushalt bereit. Das soll auch 2009 so bleiben. Bis zu 100000 Euro schießt die Sportplanungskommission zu, die Zuschüsse von Saartoto verteilt. Den Rest der Baukosten muss der Verein selbst aufbringen. Dafür ist die Pflege des Platzes deutlich billiger. Gegenüber einem Naturrasen betragen die Kosten gerade ein Fünftel - im Schnitt etwa 8000 Euro pro Jahr. "Die Fläche sollte wöchentlich mit einem speziellen Gerät gepflegt und gereinigt werden, um Schmutz und Bewuchs zu verhindern", sagt Charly May. Der ehemalige Leiter des Sport- und Bäderamtes war in alle Kunstrasenprojekte der Landeshauptstadt eingebunden. May: "Alle paar Jahre müssen Sand und Granulat aufgefrischt werden." Vielleicht weil man sich auf Kunstrasen nicht so schmutzig macht wie auf Brasche, haben viele Vereine mit künstlichem Grün einen Mitgliederzuwachs bei der Jugend. "Seit wir den Kunstrasen haben, boomt unsere Jugendabteilung. Der Platz ist mit Trainings- und Spielbetrieb praktisch die ganze Woche belegt", bestätigt Hartmut Müller, 2. Vorsitzender der SG Jägersfreude.Der Kunststoffbelag ist deutlich strapazierfähiger als Naturrasen. "Ein Kunstrasen ist praktisch rund um die Uhr bei jedem Wetter bespielbar. Ein Naturrasen braucht längere Regenerationsphasen", erklärt Saarbrückens Sportdezernent Paul Borgard (Foto: Becker&Bredel). Auf der Prioritätenliste der Landeshauptstadt stehen derzeit die Sportplätze auf dem Wackenberg und in Schafbrücke ganz oben, doch auch in Gersweiler, Güdingen, Herrensohr oder Altenkessel will man baldmöglichst nie wieder auf roter Erde spielen müssen. "Von der Liste muss abgewichen werden, wenn Vereine ihren Eigenanteil nicht stemmen können. Wir werden in Zukunft immer mehr Kunstrasenplätze haben", sagt Borgard. Übrigens zeigen jüngste medizinische Studien, dass Kunstrasenplätze der neuesten Generation Bänder und Gelenke nicht mehr belasten sollen als echtes Gras.