Zwei Veranstalter – ein gelungenes Fest

Eine gelungene Premiere erlebte das Weierwiesfest am vergangenen Samstag. Die beiden Veranstalter und die Gäste waren sehr zufrieden.

Die Jagdhornbläser nutzten eine Regenpause für ihren Vortrag.

Manchmal kommt es im Leben anders, als man denkt. Wer hätte beispielsweise 2012 - bei der Auflösung des Männerchors der Sängervereinigung Eintracht 1878 Neuweiler - gedacht, dass es doch noch einmal weitergeht? Zwar als Gemischter Chor und unter anderer Leitung sowie mit anderen Sängern, aber immerhin. Dem Verein selbst drohte Anfang vergangenen Jahres gar die Auflösung.

Die Zeiten haben sich geändert: Am vergangenen Samstag präsentierte sich die Formation als Gemischter Chor der Öffentlichkeit. Zwar war das Wetter für das 1. Weierwiesfest, welches man zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein (OGV) Neuweiler auf dem Gelände der gleichnamigen Schule veranstaltete, nicht das allerbeste. Dafür gab es an Stimmung und Laune aber nichts auszusetzen: Von den niedrigeren Temperaturen und dem immer wieder einsetzenden Regen ließ man sich nicht beeindrucken. "Wir feiern sozusagen unseren ersten Geburtstag", umschrieb Hubert Dörrenbächer bei der Eröffnung die Situation. Zu diesem Jahrestag hatte der erste Vorsitzende zahlreiche Ehrengäste auf dem Gelände der Förderschule Sprache begrüßen können. Sein "Compagnon" in Sachen Vereinsfest, Horst-Dieter Hettrich vom OGV, scherzte gar über die Doppelspitze der beiden Vorsitzenden.

Damit das Ganze überhaupt organisatorisch gelingen konnte, hatten die Gartenbauer auf ihre Vereinsfahrt und den Grillabend verzichtet. Es sei ihnen wichtiger gewesen, sozusagen die zarte, neue Pflanze des Chores zu pflegen und so indirekt durch das Fest neue Chorliteratur finanzieren zu können. Angetan von der Laubenatmosphäre war auch Bürgermeister Michael Adam. Der Schirmherr brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass es den Organisatoren gelingen möge, das Fest alljährlich zu veranstalten. Dass die Neuweiler Sänger nicht nur ihr Comeback feierten, sondern auch ihr Können unter Beweis stellten, versteht sich von selbst. Chorleiterin Natalya Chepelyuk begleitete die Lieder am Klavier und zeigte den Zuhörern vor allem eines: Der Chor ist auf einem guten Niveau. "Bravo"-Rufe zeugten nach so manchem Stück davon.

Doch es gab auch andere Musik an diesem Samstag. Etwa von den Jagdhornbläsern Neuweiler unter der Leitung von Hubert Dörrenbächer. Letzterer war übrigens ein gefragter Mann. Wenn er nicht sang oder leitend ins Horn stieß, moderierte er das Weierwiesfest. Doch es gab noch einen weiteren musikalischen Programmpunkt: die Kapelle "Zeitlos", die zum Tanz und zur Unterhaltung ab dem Nachmittag beitrug. Mittags wurde zunächst noch Linedance getanzt. Die neue Gruppe des Kneippvereins Sulzbach (Leitung: Yvonne Grünagel) machte dem Geburtstagskind ebenfalls seine Aufwartung.

Wie groß die Bereitschaft zum Engagement ist, zeigte das Ehepaar Manfred und Liane Weller. Es beging am Samstag seine eiserne Hochzeit. Die beiden Mitglieder des OGV waren lieber beim Fest der beiden Vereine, als in privatem Rahmen zu feiern. Alfred Herr, Vorstandsmitglied in beiden Vereinen, beglückwünschte das Paar mit einem Weingeschenk. Eintrachtvorsitzender Dörrenbächer hofft nicht nur auf neue Sänger , sondern auch auf Mitglieder und Förderer. "Nach dem Ende des Männerchores sind auch rund 40 Fördermitglieder ausgetreten. Das spüren wir sehr. Auf finanzielle Unterstützung sind wir aber angewiesen", gab Dörrenbächer zu. Der Verein hat derzeit 90 Mitglieder und 27 aktive Sänger .

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