Präzision auf 18 Bahnen

Wenn zur Wochenmitte wieder verstärkt die Sonne vom Himmel lacht, lohnt sich unbedingt ein Besuch der idyllischen Minigolfanlage in Bildstock.

Nein, in der Zeitung kann man nicht schreiben, welche Flüche auf Bahn 4 ausgestoßen werden, erzählt Gerhard Caspar und lacht. Der Vorsitzende des Bahnen-Golf-Clubs (BGC) Bildstock betreibt den Sport selbst erst seit 2007.

Über seinen Sohn ist er hier gelandet, mittlerweile besitzt er eine professionelle Ausrüstung - selbstverständlich: Schließlich ist er amtierender Saarlandmeister in der Kategorie Senioren 1. Auch in diesem Jahr hat er wieder gute Chancen, ganz vorne mit dabei zu sein.

"Die Bahn 4 ist neben der 15 besonders schwer", erzählt der Vorsitzende. Bei Ersterer muss man idealerweise gerade in die Öffnung des Hindernisses spielen, sodass der Ball auf der anderen Seite wieder herauskommt und mit einem leichten Rücklauf ins Loch fällt. Klingt einfach - wenn nur nicht besagte Öffnung so eng wäre. Daher also die oben genannten Flüche.

Neben den Vereinsmitgliedern, die die Bahn mit Gastronomie selbstständig betreiben, zieht es natürlich auch viele Nicht-Profis in den Friedrichsthaler Stadtteil. Und die kommen auf den gepflegten 18 Bahnen auf ihre Kosten. Gegen einen kleinen Obolus von 2,50 Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder/Jugendliche bis 16 Jahre kann man auf der angenehm gelegenen Anlage auf den jeweils zwölf Meter langen Beton-Bahnen sein Präzisionsspiel testen.

Neben kleinen Öffnungen warten noch scharfe Kurven und kantige Ecken auf die Freizeitsportler. Auf Bahn 7 muss man gar, wie beim "großen" Golf, von einem T-Stück mit viel Schwung abschlagen und den Ball in ein Netz statt eines Loches befördern. Jede Bahn hat eine rote Linie hinter dem jeweiligen Hindernis. Hat man diese passiert, spielt man einfach von dort weiter. "Aber da hat jeder seine eigenen Regeln", weiß der Vorsitzende, "die Leute sind ja vor allem hier, um Spaß zu haben".

Der Verein wurde 1986 gegründet und nannte sich zwischenzeitlich BGC Merchweiler-Bildstock. Mittlerweile trägt man nur noch den Namen des Heimatortes, "zwei Bahnen zu unterhalten war einfach zu viel", resümiert Gerhard Caspar. 35 Mitglieder hat man zurzeit, 19 davon sind aktiv. Größter Erfolg war der Aufstieg in die Bundesliga. Vor wenigen Jahren erfolgte eine umfangreiche Sanierung sowohl im Clubheim als auch auf den Bahnen. Diese wurden abgeschliffen und nanoversiegelt. Vor zwei Jahren bekam das Clubheim außerdem eine neue Außenverkleidung und ein neues Dach.

Dass Minigolf als Präzisions-Sport vielleicht etwas unterschätzt wird, zeigt sich unter anderem darin, dass es erst vor wenigen Wochen zum ersten Mal einem Spieler gelungen ist, einen perfekten Durchgang mit jeweils einem Ass zu spielen. "Das war bei den badischen Meisterschaften", erzählt Gerhard Caspar.

bgcbildstock.de

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