Tod eines Frühchens – Vater wirft Klinik mangelnde Hygiene vor

Tod eines Frühchens – Vater wirft Klinik mangelnde Hygiene vor

Ein 15 Monate alter Junge ist in der Homburger Uniklinik an einer Virusinfektion gestorben. Der Vater sieht die Ursache in der angeblich mangelnden Hygiene des Krankenhauses. Die Uniklinik weist die Vorwürfe allerdings zurück.

. In der Kinderklinik des Homburger Universitätsklinikums ist am Montagmorgen ein 15 Monate alter Junge an einer Virusinfektion gestorben. Das Kind war ein "Frühchen", das mit 600 Gramm auf die Welt gekommen war und es innerhalb der 15 Monate seines kurzen Lebens auf 5800 Gramm gebracht hatte. "Um jedes Gramm wurde gekämpft", sagt sein Vater Marcus Atzinger. Bei dem Jungen sei ein Durchfallerreger (Norovirus) festgestellt worden, ebenso hätten sich Streptokokken im Rachenraum befunden, sagte der Vater unserer Zeitung. Er hatte diese Informationen dem Bericht des zuständigen ärztlichen Direktors entnommen.

Für den Vater ist die mangelnde Hygiene am Uniklinikum der Auslöser dieses tragischen Falls. Seine Frau, die ebenfalls mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen hat, hatte sich nach Aussagen von Marcus Atzinger ebenfalls nach mehreren Klinikbesuchen immer wieder mit Keimen infiziert. Die Hygiene lasse zu wünschen übrig, wirft Marcus Atzinger dem Uniklinikum vor.

Dem widerspricht Professorin Barbara Gärtner, leitende Ärztin im Bereich Krankenhaushygiene, vehement. Das Uniklinikum verfüge über zwei Krankenhaushygieniker, die Richtlinien seien sehr streng, jeder Zwischenfall werde genauestens geprüft: "Wir haben ein klar strukturiertes Ausbruchsmanagement." Gerade in allen Intensiv-Bereichen und auf der Kinderstation herrsche besonders hohe Aufmerksamkeit. Es gebe regelmäßige Schulungen und ständig präsentes Hygienepersonal, das die Räume und die Einrichtungen kontrolliere und Proben nehme. Oftmals brächten Patienten die Keime aber schon mit. Zu dem besagten Einzelfall wollte die Professorin keine Aussage machen.