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Heftige Kritik an Hygiene in Krankenhäusern

Heftige Kritik an Hygiene in Krankenhäusern

Mainz/Saarbrücken. Nach dem Tod eines dritten Babys in der Mainzer Uni-Klink, der mutmaßlich durch verunreinigte Infusionen verursacht wurde, wird der Ruf nach bundesweit schärferen Hygiene-Vorschriften laut. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP, Foto: dpa) kündigte an, bei der nächsten Gesundheitsministerkonferenz mit den Länder-Ressortschefs zusätzliche Regeln zu erörtern

Mainz/Saarbrücken. Nach dem Tod eines dritten Babys in der Mainzer Uni-Klink, der mutmaßlich durch verunreinigte Infusionen verursacht wurde, wird der Ruf nach bundesweit schärferen Hygiene-Vorschriften laut. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP, Foto: dpa) kündigte an, bei der nächsten Gesundheitsministerkonferenz mit den Länder-Ressortschefs zusätzliche Regeln zu erörtern. Krankenhaushygiene ist bisher Sache der Länder. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erhob schwere Vorwürfe: "Offenbar müssen erst Leichen auf der Straße liegen, bis einige Bundesländer aufwachen und ihrer Verantwortung gerecht werden." Er forderte eine bundesweit verbindliche Hygieneverordnung. In jeder Klinik müsse es einen ausschließlich für Hygiene zuständigen Arzt geben. Die Grünen fordern einen "Nationalen Aktionsplan Krankenhaushygiene". Der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, Klaus-Dieter Zastrow, sagte, jährlich gebe es in Deutschland bis zu einer Million Krankenhaus-Infektionen und dadurch bis zu 40 000 Tote. Das Saarland ist nach Angaben von Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP, Foto: SZ) "Vorreiter in Sachen Hygiene", weil es als eines von wenigen Bundesländern eine Hygieneverordnung verabschiedet habe. Es gebe aber noch "Nachbesserungsbedarf" bei der Einhaltung der Hygienevorschriften, sagte er der SZ. Die Saar-Kliniken warnten vor zusätzlichen Hygiene-Auflagen ohne finanziellen Ausgleich. Die Kliniken hätten bereits zu niedrige Budgets, sagte der Geschäftsführer der Saarländischen Krankenhausgesellschaft, Günter Möcks, der SZ.Im Mainzer Klinikskandal ist bereits am Montag ein drittes Baby gestorben, wie gestern bekannt wurde. Bei vier weiteren, die ebenfalls die mit Darmbakterien verunreinigte Nährlösung erhalten hatten, habe sich der Gesundheitszustand stabilisiert. und Meinung red