„Selbstbestimmtes Wohnen“ in Saarbrücken eröffnet

Der Schwesternverband hilft Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung, sich zu Hause zurechtzufinden. Seine neue Anlaufstelle für „Selbstbestimmtes Wohnen“ hat der Verband jetzt in Malstatt eröffnet.

Mit dem Lied "Wunder gibt es immer wieder" holte der Chor der Reha GmbH die Anwohner des Malstatter Markts auf die Balkone. So bekam auch jeder mit, dass jemand neues an den Malstatter Markt gezogen ist. In der Hausnummer 7 hat sich nämlich der Fachdienst "Selbstbestimmtes Wohnen" des Schwesternverbandes eingerichtet. Dieser Tage wurde der neue Standort im Beisein von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz eröffnet.

Der Schwesternverband will neben den Wohn- und Pflegeeinrichtungen für Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung in Ottweiler, Merzig und Eppelborn nun zunehmend auch ambulante Hilfe anbieten, also den Menschen helfen, in ihrer eigenen Wohnung zurechtzukommen - jetzt auch in Saarbrücken. Die "Aktion Mensch" finanziert im ersten Jahr etwa zwei Drittel der neuen Vollzeitstelle in Saarbrücken. Jovita Hassler wird dort die Koordination übernehmen.

Die Sozialpädagogen, Heilerziehungspfleger und anderen Fachkräfte des Verbands besuchen ihre Klienten je nach Bedarf zuhause: manche jeden Tag, andere zwei- oder dreimal die Woche. Sie unterstützen sie bei Amtsgängen, Arztbesuchen, aber vor allem auch dabei, ihnen zum selbstbestimmten Wohnen zu verhelfen.

Derzeit betreut der Schwesternverband sechs Menschen zwischen 21 und 76 Jahren im Regionalverband Saarbrücken, erzählt Diana Dintinger, die Fachdienstleiterin des Schwesternverbands. Saarlandweit betreue der Verband 90 Menschen. Oft können die Fachkräfte mit ihrer Hilfe Heimaufenthalte verhindern. Unter ihnen seien auch "psychologische Drehtürpatienten", sagt Diana Dintinger, - Menschen, die immer wieder ins Heim müssen. Der Schwesternverband wolle Stabilität in deren Leben bringen.