„Ehrlich-Brothers“ wollen Saarländer verzaubern

Sie wollen mit einem Motorrad aus einem iPad rollen und beweisen, dass es weibliche Intuition gibt – auf ihrer Tour „Magie-Träume erleben“ zaubern die „Ehrlich Brothers“ am 12. Februar in der Saarlandhalle Saarbrücken. SZ-Mitarbeiter Marko Völke sprach vorab mit Andreas Ehrlich.

Kürzlich sind Sie bei einer Show schwer gestürzt. Was war passiert und wie geht es Ihnen jetzt?

Ehrlich: Es passierte bei einem Kunststück während einer Internet-Konferenz mit Mario Barth. Ein Kamera-Podest, das sonst ganz hinten in der Halle aufgebaut ist, stand im Weg. Ich habe es nicht gesehen, weil es sehr dunkel war, bin in eine Reihe reingefallen und mit dem Kopf direkt an eine Sitzlehne aus Metall geknallt. Der Kopf hat sich um 90 Grad abgeknickt, ich lag erst mal da unten und war ausgeknockt. Ich habe es auch richtig knacken hören. Es wurde auch sofort ein Rettungswagen gerufen. Im Krankenhaus wurde mir gesagt, dass das eine heftige Stauchung ist. Ich merke das auch heute noch, habe noch Schmerzen im Nacken, wenn ich mich bewege. Aber in Saarbrücken mache ich wieder einen Salto.

Was ist Ihnen von ihrem ersten Auftritt 2012 in Saarbrücken in Erinnerung geblieben?

Ehrlich: Ich bin letztes Mal noch selbst mit meiner Frau und den drei Kids gefahren. Wir sind mit dem Wohnmobil gereist. Das war sehr anstrengend. Wir haben Freunde in der Nähe von Saarbrücken in Silwingen, bei Merzig. Dort haben wir vormittags noch gefrühstückt. Ansonsten war die Stimmung in Saarbrücken toll.

Wie oft kommt es vor, dass eine Illusion schief geht?

Ehrlich: Jeden Abend - die Frisur meines Bruders geht jeden Abend schief (lacht). Ansonsten versuchen wir alles zu geben, damit nichts passiert. Aber Kleinigkeiten gibt es immer. Wir sind ja abhängig von der Licht- und Tontechnik. Wenn da mal nicht alle 100 sondern nur 99 Prozent arbeiten, sieht einer von 100 Leuten das. Aber die finden das auch nicht unbedingt unsympathisch. Es ist ja auch ein Stück menschlich, wenn man Fehler macht. Bei unserer Sägennummer hat es in Oberhausen einmal gequalmt und wir hatten einen Kurzschluss. Die ganze Crew hat gesagt: "Nein, dass können wir aus sicherheitstechnischer Sicht nicht machen." Aber dann haben wir die Säge doch gezeigt. Das einzige Manko war, dass die Blätter nicht so schnell liefen.

Gibt es noch Nummern von Kollegen, die Sie selbst verblüffen?

Ehrlich: Ich sag mal so: Die Momente sind selten geworden, aber sie gibt es noch - und ich kann sie dann auch genießen. Ich muss also nicht immer sofort wissen, wie es geht. Wenn andere Zauber-Kollegen ein halbes Leben daran arbeiten und sie auf einem Kongress zum Besten geben, kann ich da auch einfach nur daneben sitzen und staunen.

Gibt es auch Bekanntschaften mit anderen saarländischen Magiern?

Ehrlich: Hans Moretti war ja ein sehr großer Künstler gewesen, der auch weltweit tätig war. Ich habe ihn einmal Mitte der 90er Jahre getroffen, da waren die Ehrlich Brothers noch No-Names. Aber seine Tochter war beim letzten Mal da und hat uns gesehen. Mit dem saarländischen Zauberer Maxim Maurice hatte ich da auch gesprochen. Er hat mich angerufen, gesagt, dass er eine Gala hat, und gefragt, ob er ein paar Zettel auslegen kann. Die Zauber-Kollegen melden sich meistens vor großen Veranstaltungen, was ja auch voll in Ordnung ist. Wir kennen da jetzt schon einige. Zudem habe ich mitbekommen, dass die nächsten Deutschen Meisterschaften in Saarbrücken stattfinden und von Maurice mit ausgerichtet werden. Ich denke, da werden wir auch in jedem Fall vorbeischauen.

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