Die Säge ist schon angesetzt

Die Knorscheider wehren sich weiterhin gegen den geplanten Rad- und Wanderweg auf der ehemaligen Bahntrasse. Die Verwaltung dagegen will ihn. Lebach soll durch ihn stärker touristisch erschlossen werden.

Es regnete in Strömen beim Ortstermin des Bau- und Planungsausschusses und Mitarbeitern der Lebacher Verwaltung in Knorscheid zum geplanten Rad- und Wanderweg. Dagegen erhitzten sich die Gemüter immer mehr. Zwischenzeitlich wollte Bürgermeister Klauspeter Brill den Termin sogar abbrechen.

Lebach plant in Knorscheid einen zweiten Radweg, etwa 90 Meter parallel zu dem bisherigen. Der Rad- und Wanderweg soll von Nalbach über Schmelz an der Prims vorbei geführt werden und trifft in Knorscheid auf Lebacher Bann. Von dort soll er über den ehemaligen Bahndamm parallel zur Hasenbergstraße verlaufen, vorbei an der Firma Dileb und an der Unterführung in Jabach enden (wir berichteten).

Doch die Knorscheider wehren sich gegen den Radweg. Es sei Geldverschwendung, man brauche ihn nicht, die Anwohner hätten ein "Recht auf ihre Ruhe", so Ortsvorsteher Paul Brück. Auch gilt zu bedenken, dass sich allerlei Getier dort wohlfühle.

Seitens des Stadtrates wurde bereits ein Planungsbüro beauftragt, auch wurde zugestimmt, mit den Rodungsarbeiten zu beginnen. Denn es herrscht Zeitmangel. Bis spätestens Ende des Monats müssen diese durchgeführt sein, wegen der Vegetationsperiode. Ebenso muss die Maßnahme in 2014 erledigt sein, wegen "EU-Zuschüsse.

Der Verkehrsclub Deutschland warnt davor, den möglichen Lückenschluss im saarländischen Schienennetz zwischen Lebach und Nalbach durch den Bau eines Radwegs auf der stillgelegten Schienentrasse zu gefährden. Für Radler sei mehr gewonnen, wenn die neue Radinfrastruktur dem Straßenverlauf folge. Deren Führung über die Bahntrasse wäre mit Umwegen verbunden, hieß es in einer Erklärung.

Gegen den Bau sprachen sich auch der Jagdpächter Joachim Weber sowie Landwirt Karl-Hubert Brodback aus. Brodback hat zwei Grundstücke von der Gemeinde Schmelz erworben, um besser zu seinen Feldern zu kommen. Nun soll durch diese der Radweg kommen. Werde der Radweg gebaut und die Brücke über den Bahndamm abgerissen, müsse sicher gestellt sein, dass er mit schwerem Gerät zu seinen Feldern gelange, auch müsse ein Parkplatz in Jabach angelegt werden, wo die Radfahrer gefahrenlos halten könnten.

Gestern Morgen haben die Rodungsarbeiten begonnen. Aus dem Rathaus erhielten wir die Nachricht, dass am Mittwoch, 19. Februar, der Startschuss gegeben werden soll.

> siehe auch Bericht B 1