Die Jakobsbrüder sind wieder zu Hause

Ehefrauen, Verwandte und Freunde standen Spalier, als die Jakobsbrüder am Samstag nach fast dreimonatiger Tour nach Hause zurückkehrten. Die Sieben hatten mit Oldtimer-Traktoren den Jakobsweg bezwungen.

Das Transparent „Herzlich willkommen“ haben die Ehefrauen von zwei Jakobsbrüdern, Uschi Netzel (r.) und Anneliese Philippi (l.)., für den Empfang vorbereitet. Foto: Philipp Anton. Foto: Philipp Anton

"Das Highlight für mich war die Hilfsbereitschaft der Menschen, die uns begegneten", erzählt PilgerPierrot Lahr kurz nach der Ankunft der Jakobsbrüder in Merzkirchen . Mit sieben Freunden hat er auf Oldtimer-Traktoren und in selbstgebauten Wohnanhängern den Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela befahren.

Als die lauten Traktoren am Samstagmittag in das beschauliche Örtchen einrollen, werden sie mit großem Jubel empfangen. Rund 100 Freunde und Bekannte haben sich trotz Regens vor "Marys Jakobsherberge" versammelt und feiern die Ankunft von Pierrot Lahr, Werner Ackermann, Jürgen Pierags, René Fettes, Wilfried Mölders, Hermann Kütten und Paul Michels wie ein Volksfest. Es wird gegrillt, ein Bierstand ist aufgebaut, und die Lanz Bulldock Band Kreuzweiler bietet ein Willkommensständchen. Uschi Netzel und Anneliese Philippi haben ein großes Banner mit der Aufschrift "Herzlich Willkommen!" vorbereitet. Vorneweg fährt die Schlepperbande Orscholz. "In Tettingen-Butzdorf holten wir die anderen ab, um sie das letzte Stück zu begleiten", erzählt Bertholt Kütten.

Sobald die Oldtimer zum Stehen kommen, umarmen die Jakobsbrüder ihre Liebsten und die Freunde von der Schlepperbande Orscholz. Die Sieben müssen viel erzählen, denn jeder will wissen, was auf der Reise so passiert ist - sogar drei Fernsehteams sind vor Ort.

Die Idee für das Abenteuer Jakobsweg hatte Pierrot Lahr: "Der Traktor war schon immer mein Hobby und im Ruhestand wollte ich damit verreisen", erzählt er. Nachdem er Hape Kerkelings Buch "Ich bin dann mal weg" gelesen hatte, wusste er sofort: "Jawoll, das ist es!". Die Freunde bei der Schlepperbande fanden nach und nach Gefallen an Lahrs Idee, und die Gruppe der Jakobsbrüder wuchs mit der Zeit auf sieben Teilnehmer. "Wir hatten bei unserer Reise keinen religiösen Hintergrund, vielmehr die Schönheit der Landschaft verbunden mit der Langsamkeit der Traktoren standen im Mittelpunkt", verrät Lahr.

Nach den Schilderungen der Jakobsbrüder ist die Reise vollkommen problemlos verlaufen. "Dass wir so gut bei den Leuten ankommen, hatten wir jedoch nicht erwartet", gesteht Pilger Paul Michels. Die Pilger erzählen auch von den besonderen Momenten. "Als die Landstraße in Spanien nicht mehr weiterging, eskortierte uns die Polizei über die Autobahn", berichtet Lahr. In Portugal wurden die Pilger von der Polizei über eine Brücke geleitet, die eigentlich nur für Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen Gewicht zugelassen war. Von den vielen Erlebnissen kann man im Reisetagebuch der Jakobsbrüder im Internet lesen. Der emotionalste Moment für die Pilger war es jedoch am "Ende der Welt", dem Cap Finisterre in Galizien, zu stehen und den Atlantik zu betrachten. "Wir sind stolz auf uns", sagt Paul Michels. "Das hat vor uns noch keiner geschafft."