Landmarkt für den guten Zweck

Rohrbach. Man nehme eine megagroße Wiese, knapp einhundert Helfer, zehn Aussteller, rund 120 Kuchen, ausreichend Zeit für die Vorbereitung, und fertig ist eine Veranstaltung, die bis zu 3000 Besucher anzieht

Rohrbach. Man nehme eine megagroße Wiese, knapp einhundert Helfer, zehn Aussteller, rund 120 Kuchen, ausreichend Zeit für die Vorbereitung, und fertig ist eine Veranstaltung, die bis zu 3000 Besucher anzieht. Das liest sich einfach, ist aber knochenharte Arbeit und die Beschreibung für den sechsten Rohrbacher Landmarkt, den Anne und Thomas Holzapfel und ihr Team am vergangenen Wochenende veranstalteten. Auf dem Firmengelände der Reifenhandlung in der Mühlenstraße 23 war trotz des Kirkeler Biosphärenfestes, welches eine ähnliche Zielgruppe ansprach, richtig was los. Davon zeugten alleine die zahlreichen Fahrzeuge in der Straße. Genauso viele Menschen, wie zum Gelände gingen, kamen auch mit voll gepackten Taschen wieder zurück. Ob französische Spezialitäten, wie Salami, Schinken und Wein oder Schnäpse, Kräuter und Gewürze: Man hatte die Qual der Wahl auf der idyllischen und weitläufigen Wiese hinter dem Wohnhaus der Holzapfels. Auch saarländische Spezialitäten wie Leindotteröl, Eier, Honig und Imkerprodukte waren zu kaufen. Genauso wie Blumen, Obst und Gemüse oder gar Frischkäse. Aber auch an die Liebhaber von Handarbeiten und Bastelprodukten war gedacht. Selbst Grillbacköfen und Holzprodukte fand man auf dem Gelände vor. Seit Anfang an dabei sind Edwin und Gertrud Uth. Das Ehepaar aus Ommersheim betreibt einen Stand mit Spielzeugtieren und anderen Produkten, die aus Fellen hergestellt werden. Fellabfälle verarbeitetDabei betonen die Uths, dass ihre Produkte zu Unrecht bei Tierschützern in Verruf geraten. Schließlich unterliegt man strengen Kontrollen durch die Kaninchenzüchterverbände und verwerte lediglich den ohnehin beim Schlachten anfallenden Fellabfall. Kein Tier wird eigens für ihre Produkte geschlachtet. "Die hatten bislang jedes Mal Glück mit dem Wetter", meinte Gertrud Uth am Sonntag. Sie ist stolz, ihren Beitrag für einen sozialen Zweck zu leisten. Schließlich geht der Erlös an ein Projekt in der Dritten Welt. "Die Aussteller geben ein freiwilliges Standgeld nach eigenem Ermessen", umschreibt Anne Holzapfel das Konzept. Hinzukommt der Erlös aus dem Getränkeverkauf, den die Familie betreibt. Nach Abzug der Kosten für die Veranstaltungsnebenkosten kamen beim letzten Markt 6000 Euro zusammen. Geld, welches die Cousine Ursula Holzapfel für ihr Entwicklungshilfeprojekt in Kolumbien gut gebrauchen kann. In Militärkriegsgebiet Quibdo bekommen Flüchtlinge so eine neue Perspektive. "Vom letzten Erlös konnten fünf Holzhäuser angeschafft werden", berichtete Pfarrer Matthias Holzapfel stolz. Die Menschen kennen die Spender. Es handele sich nicht um eine anonyme Sache. Zum Gelingen des Marktes trugen am vergangenen Wochenende neben Rohrbacher Familien und Vereinen auch Einzelpersonen wie Hans Wagner, Martin Wirtz und Alexander Bautscher bei. Sie hatten ihre Hilfe beim Bierverkauf schon beim letzten Weihnachtsmarkt zugesagt.