Rohrbacher Landmarkt Besucher verabschieden den Landmarkt mit lobenden Worten

Rohrbach · Zum letzten Mal schlenderten die Gäste über die Wiese hinter dem Haus der Familie Holzapfel.

 Allerlei Spezialitäten aus der Region und Selbstgebasteltes erwartete die Besucher des zehnten und letzten Landmarktes der Familie Holzapfel.

Allerlei Spezialitäten aus der Region und Selbstgebasteltes erwartete die Besucher des zehnten und letzten Landmarktes der Familie Holzapfel.

Foto: Cornelia Jung

Der zehnte und damit letzte Landmarkt in Rohrbach hätte nicht besser laufen können. Das Wetter spielte mit, die Anbieter waren voll des Lobes und auch die Gäste kamen wieder mit Freude auf die Wiese hinter Familie Holzapfels Haus. Schon bei der Ankunft in der Mühlstraße konnte man erahnen, dass die Veranstaltung zog. Mit zufriedenen Gesichtern trugen die Besucher Tüten mit feinen Wurstwaren, Öl und Essig, Honig und vielen anderen Leckereien, Dekoartikeln, Gebrauchsgegenständen oder Blumen nach Hause. Und bei den angeregten Unterhaltungen der heimwärts Strebenden war zu spüren, dass es beim Kauf nicht nur um den Erwerb ging. Meist gab es ein ausführliches Gespräch über die Haltungsbedingungen von Tieren, den Herstellungsprozess von Produkten oder auch andere Dinge gratis obendrauf. Dieses Familiäre war es, was begeisterte und weshalb die Besucher Anne Holzapfel, Hauptorganisatorin des Marktes, zum Teil viele Jahre die Treue hielten. Gerade weil der zweitägige Markt der letzte seiner Art war, überlegten einige Besucher nicht lange und brachten sogar noch „Verstärkung“ beispielsweise aus dem Norden Deutschlands mit, um den Gästen die „einzigartige Atmosphäre“ des Marktes, wie sie sagten, nicht vorzuenthalten. Dieser Markt hatte so gar nichts Hektisches und lud nicht nur wegen des Speisen- und Getränkeangebotes zum ausgiebigen Verweilen ein. Die Kinder schauten bei den Küken und der Schweinedame vorbei, konnten basteln, sich auf der Hüpfburg austoben und ganz nebenbei beim „Lernort Natur“ einiges Wissenswerte über Pflanzen und Tiere erfahren. Zwischendurch bereicherten historische Traktoren die Szenerie, was den Charakter des Marktes auf dem Rohrbacher Land noch unterstrich. Erstmals stellte sich der „Unverpackt“-Laden aus Saarbrücken den St. Ingbertern vor und fühlte sich gleich heimisch auf der Koppel. Es gab viele interessante Gespräche mit Kunden, die neugierig das Konzept hinterfragten. Es war noch nicht zu jedem durchgedrungen, dass dieser Markt keinen direkten Nachfolger hat. Es gab ungläubige Gesichter angesichts der „Einstellung“ des Landmarktes und auch im Internet wollten viele erreichen, dass der Markt fortgeführt wird und sich die Stadt engagieren solle. Dies ist aber weder möglich noch nötig, denn der Markt ist eine private Initiative und soll laut Anne Holzapfel auch gar kein Revival erleben. Von Anfang an seien nur zehn Ausgaben geplant gewesen und man wolle auch nicht immer wie selbstverständlich so viele Helfer binden. Die finden sich zwar reichlich, aber der Markt sei einfach zu groß geworden, um ihn noch privat händeln zu können. „Mit Herzblut“ habe die Familie Holzapfel das die ganzen Jahre gemacht, war von allen Seiten, von Besuchern und Anbietern zu hören. Natürlich sei man traurig, aber die Gäste zeigten Verständnis für die Entscheidung und freuten sich auf die neuen Ideen der Landmarkt- „Chefin“. Die hatte nicht nur die zwei Markt-Tage alle Hände voll zu tun und kam kaum zur Ruhe. Trotzdem konnte sie ihren „Markt mit Flair“ genießen, wie sie einen Tag später erzählte. Andreas Leser aus Losheim, der Ziegenprodukte anbot, war schon vor 20 Jahren dabei und sieht in dem Markt, wie ihn die Holzapfels anboten, eine Nische. Was er über die Jahre in Rohrbach erlebt habe, sei eine Idylle, fast schon intim und so etwas wie ein Geheimtipp. „Das ist genau das, was die Leute in der heutigen Zeit suchen, um mal beruflich und privat aus dem Hamsterrad rauszukommen“, so der Losheimer.

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