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Urnenwiesengräber gibt es jetzt in der Gemeinde Mandelbachtal

Der Gemeinderat hat zugestimmt : Neue Bestattungsvariante in der Gemeinde Mandelbachtal

Urnenwiesengräber in einer Reihe: Auf diese Möglichkeit können, neben dem Herkömmlichen, die Hinterbliebenen nun auch zurückgreifen.

Die Gemeinde Mandelbachtal hat zum Jahresanfang auf ihren Friedhöfen Urnenreihen-Rasengräber eingeführt. Das hatte der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Konkret sind somit, nach Urnenwandkammern, auch Urnenwiesengräber in einer Reihe erlaubt. Sie dürfen auch ein Grabmal haben. Nach Fertigstellung der Urnenwände habe sich bei der Friedhofsverwaltung der Gemeinde eine verstärkte Nachfrage aus nahezu allen Ortsteilen von Mandelbachtal ergeben, heißt es in einer Sitzungsvorlage. Das Gleiche gilt auch für die Waldruhestätte, die sich am Ormesheimer Aussichtsturm befindet. Manche Bürger hatten sich auch an die Ortsräte gewandt und neben den Urnenwänden auch Reihenwiesengräber gleicher Art verlangt.

Das Thema geht bis zum Jahr 2006 zurück. Damals ließ das eingeschränkte Platzangebot keine weiteren Alternativangebote für Bestattungen auf allen Mandelbachtaler Friedhöfen zu. Mittlerweile ist die Situation durch die Einebnung von Gräbern, deren Nutzungsrechte endeten, eine andere. Auf der Waldruhestätte fanden seit der Eröffnung am 3. Oktober 2019 bis zum Sommer 24 Beisetzungen statt.

Die Urnengräber sollen auf allen Friedhöfen in den acht Ortsteilen eine Größe von 0,7 mal 0,7 Meter haben (einstellige Gräber). Folgende Gebühren kämen auf die Hinterbliebenen zu: Grabstellengebühr 700 Euro, Bestattungsgebühr 350 Euro (wie Waldruhestätte) und Pflegegebühr 750 Euro. Insgesamt 1800 Euro, was eine Ersparnis gegenüber der regulären Sargbestattung darstellen würde. Für die Pflege sei wichtig, dass die Bodenplatten gleich hoch sind, damit das Mähen ohne weiteres möglich ist. Ferner sollen so Beschädigung vermieden werden. Auch ist dasselbe Material von nicht unerheblicher Bedeutung, da andernfalls optisch ein unruhiges Bild entsteht. Eine weitere Variante könnten Stelen darstellen. Auf diesen pfahlartigen Denkmälern werden die Namensschilder der Verstorbenen angebracht, während die Urne auf einem Wiesenfeld bestattet wird. Üblicherweise passen bis zu 50 Namenstafeln darauf. Sie könnten eine Ergänzung zu den Urnenreihengräbern auf der Wiese darstellen und zu den Wandkammern. Dies hätte den Vorteil, dass die Grabfelder als Wiese wesentlich einfacher zu pflegen wären, da die Rasenmäher auf keine Hindernisse stoßen. Pflastersteine, um die Stele angelegt, könnten für ein ansprechendes Bild sorgen. Die Kosten für die Gemeinde belaufen sich pro Stele, je nach Größe, auf ca. 4000 Euro. Das ist aber auch abhängig von der Fläche des jeweiligen Grabfeldes. Die Kosten für die Hinterbliebenen pro Namensschild aus Bronze belaufen sich auf etwa 150 Euro. Weitere etwa 60 Euro kämen für das Anbringen durch eine Fachfirma hinzu. Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Gemeinde erwägt man, ob es überhaupt sinnvoll ist, auf allen Friedhöfen gleichzeitig die Ausweisung der neuen Grabfelder vorzunehmen. Die Friedhofsverwaltung schlägt zunächst das Anlegen der Grabreihen auf den Friedhöfen von Ormesheim, Erfweiler-Ehlingen und Bliesmengen-Bolchen vor. 2021 soll dann die Resonanz aus der Bevölkerung hinsichtlich der Urnenrasengräber ausgewertet und die Erweiterung dieser Grabart auf den restlichen Friedhöfen vorangetrieben werden. Für die geplante Maßnahme wurde von der Friedhofsverwaltung ein Budget in Höhe von 10 000 Euro eingeplant. „Der Ortsrat soll entscheiden, was er auf seinem Friedhof haben möchte“, so die Unions-Fraktionsvorsitzende Carolin Reinhard in der Sitzung. Dennoch sollten die Stelen überall einheitlich sein.