Keine Ruhe für die Stadt

Die Stadt Homburg kommt nicht zur Ruhe - auch nicht über die Ostertage, die eigentlich dazu dienen sollten, sich zu besinnen und auszuspannen vom hektischen Alltag. Doch weit gefehlt, erneut gehen wegen der Detektivaffäre die Wogen hoch: Hausdurchsuchungen der Staatsanwaltschaft beim amtierenden Oberbürgermeister Schneidewind wegen des Verdachts der Untreue und beim Alt-OB Schöner wegen möglicher Verwicklungen von Dienstlichem mit Privatem während dessen Amtszeit. Gut, diese Vorfälle werden jetzt ihren Weg nehmen, letztlich müssen irgendwann Gerichte entscheiden. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung. Was aber jetzt schon bleibt, ist die desaströse Außenwirkung für die Stadt. Allein schon die Vermutung, dass ums Rathaus herum nicht alles nach Recht und Gesetz laufen könnte, sorgt für Verunsicherung bei den Bürgern - bis hin zur Abwendung.

Als wären die staatsanwaltlichen Untersuchungen nicht schon schlimm genug, platzt gut zwei Jahre nach der Eröffnung nun auch die Bombe Kombibad. Im Vorfeld des Baus wurden alle Warnungen vor dem Millionenprojekt in den Wind geschlagen. Die Kritiker von damals behalten nun Recht. Nur nützt diese Einsicht nichts mehr. Die Stadt muss schauen, wie sie aus dem Dilemma herauskommt. Das wird noch teurer als bisher. Bis zu 500 000 Euro müssen wohl jährlich zusätzlich draufgelegt werden - wenn die Kommunalaufsicht mitmacht. Und da steht ein großes Fragezeichen dahinter. Krisenmanagement ist nun gefragt - kein Schnellschuss, denn davon gibt es schon viel zu viele. Anstatt über weitere Riesenausgaben, Stichwort Schlossberg, nachzudenken, muss es oberste Priorität sein, zuerst den Schlammassel beim Schwimmbad in Ordnung zu bringen. Und das Bad ist ja nicht die einzige millionenteure Großbaustelle. Die Bürger müssen überzeugt davon sein, dass seriös mit ihrem Geld gearbeitet wird. Vielleicht kommen die Feiertage ja doch gerade richtig, um einmal in sich zu gehen.

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