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Bossa Quatro spielte am Biotop in Beeden

Livemusik in Beeden : Schwungvolle Klänge bei großer Hitze

Heiße Musik aus Brasilien und mehr präsentierte die Formation Bossa Quatro bei ihrem gelungenen Auftritt am Beeder Biotop.

Während man aktuell in Düsseldorf darum ringt, im September ein großes Konzert mit Musikstars und immerhin 13 000 möglichen Gästen zu organisieren, positionieren sich unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie eine ganze Reihe von schon durchaus bekannten Musikveranstaltungen als deutlich krisentauglichere Alternative, auch in Homburg. Sprich: Wer Live-Musik hören möchte, der kann das auch dieser Tage, unter Auflagen und im eher kleinen Rahmen. Eine Form dieser „Klein-Konzerte“ firmiert dabei formal eher in einem Rahmen, den man als „Biergarten-Musik“ beschreiben könnte.

So läuft, organisiert vom SV Beeden, schon seit Wochen die Reihe „Live am Biotop“ vor dem Vereinsheim. Genau dort traten jetzt Bossa Quatro um den Bassisten und Sänger Sebastian Dingler auf. Und man hätte es angesichts der schon da ausgesprochen hohen Temperaturen kaum besser treffen können: Mit den Klängen aus Brasilien lieferte das Quartett, neben Dingler waren auch Klaus Pliet an der Gitarre, Rolf Jacob am Schlag Schlagzeug und Lilly Pazmann am Mikrofon zu hören, den passenden Soundtrack für einen echten Sommerabend.

Auf den Notenblättern: Vornehmlich Klassiker des Bossa Nova aus der Feder von Antonio Carlos Jobim und Marcos Valle. Dazu einen kühlen und frischen Caipirinha – und der Abend sorgte dafür, dass man sich mitten in Beeden wie in Brasilien fühlte. „Reiseleiter“ Sebastian Dingler griff dabei mit Bossa Quatro auf die kleine Schwester seiner Band Bossa 68 zurück. „Dieses Quartett hat sich mal ergeben, als wir in ganz kleinen Clubs spielen wollten. Da hätten wir zu sechst gar nicht in die Ecke gepasst. Und da haben wir uns gesagt: Jetzt probieren wir das einfach mal.“

Das Ergebnis habe zwar mehr Arbeit für den Gitarristen bedeutet, der Sound habe sich aber sehr „luftig“ gezeigt. Dingler hatte in diesen luftigen Sound verpackt aber nicht nur den Bossa Nova im Reisegepäck. „Wir spielen heute Abend auch zwei Cover, ‚Dancing Queen’ von Abba und ‚I feel fine’ von den Beatles.“

Natürlich muss man einen Musiker in diesen Tagen fragen, wie es so ist, das Leben als Künstler in Zeiten von Corona. Hier zeigte sich Sebastian Dingler sehr entspannt. „Wir sind alles Hobbymusiker, deswegen sind das bei uns andere Voraussetzungen.“ Natürlich seien auch für sie Auftritte ausgefallen, „wir hätten einen schönen Auftritt in der Festhalle in Zweibrücken gehabt“, und im Sommer sei eben fast nichts gelaufen. Vor diesem Hintergrund seien Veranstaltungen wie „Live am Biotop“ eine gute Geschichte. „Das ist wirklich toll. Man kann wieder auftreten, man kann wieder vor Leuten spielen.“

Eben die Leute hatten mit dem Auftritt von Bossa Quatro ihre ordentliche Portion Spaß. Für Dingler war es dabei in dieser Saison nicht der erste Auftritt. Schon vor einigen Wochen hatte er mit seiner Formation 2minusBass an der Seite von Sängerin Maria Schabert – und entgegen des Bandnamens mit Alexandra Ari Piazza am Bass – schon einen Auftritt in Beeden absolviert. Diesmal galt es, den Gästen eben den Bossa Nova nahe zu bringen. Und nachdem das Quartett kleinere Soundschwierigkeiten in den ersten beiden Tracks in den Griff bekommen hatten, gab es Brasilianisches in Ton und Wort pur.

Was macht diese Musik nun aber aus? „Für mich ist es das Kunststück, dass sie sehr komplizierte Akkorde verwendet und trotzdem sehr leicht klingt. Das ist eine irre Geschichte, die ich sonst eigentlich nirgendwo finde.“ Am meisten zu arbeiten habe da vor allem der Gitarrist, „während ich als Bassist eigentlich einen super einfachen Job habe. Deswegen singe ich auch noch ein bisschen – damit mir nicht langweilig wird“, sagt Dingler grinsend, bevor er, aus dem Interview mit unserer Zeitung entlassen, gemeinsam mit Piet, Jacob und Pazmann die „Bühne“ enterte.

Dort ging es schwungvoll zur Sache. Wer bis dato mit dem Bossa Nova nicht wirklich vertraut war, der erlebte absechslungsreiche, spannende Melodiebögen und treibenden Rhythmen, wie erwartet getragen natürlich in vielen Teilen von Pliets Gitarrenspiel, nach vorne gebracht von Dingler am Bass und Jacob am Schlagzeug und in Worte gefasst von Lilly Pazmann. Natürlich gleich von Beginn dabei auch Werke von Jobim, so das geschmeidige und durchaus jazzige Easy-Listening-Stück „Wave“.

Dass Dingler gerne seine eigenen Formatgrenzen ausweitet, also zu seiner Formation 2minusBass auch mal einen Bass dazu holt, das praktizierte er auch beim Auftritt von Bossa Quatro. So als er das Quartett mit dem Gastspiel des Sängers Igor Kos kurzerhand kurzzeitig zum Quintett machte. Das passte zu einem in vielerlei Hinsicht abwechslungsreichen Abend.