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Weiter warten auf die Antwort vom Amt

Weiter warten auf die Antwort vom Amt

Seit fast einem Jahr ist das Problem bekannt. Immer wieder liegt Müll im Vogelschutzgebiet bei Schwemlingen. Die Stadt hätte einen Läsungsvorschlag. Doch die Antwort des Wasserstraßenamts lässt auf sich warten.

Der Saaraltarm bei Schwemlingen . Ein kleines Paradies. Im Frühjahr und Herbst rasten Zugvögel auf ihrem Weg in den Süden und zurück in den Norden. Biber leben hier, und selbst die afrikanische Nilgans hat ein Zuhause gefunden. Nicht umsonst ist die Saaraue offiziell zum Vogelschutzgebiet erklärt worden. Doch seit geraumer Zeit gibt es ein Problem. Die Auen sind zugemüllt. Immer wieder feiern Unbekannte hier nächtliche Partys , mit Lagerfeuer, lauter Musik und eben auch mit viel Müll, der liegen bleibt.

Lösungsvorschlag der Stadt

Deshalb hatte der Naturschutzbund (Nabu) in Merzig vergangenes Jahr einen Brief an das Wasserstraßenamt in Merzig geschrieben. Der Betriebsweg, auf dem die Partys steigen, gehört nämlich der Bundeswasserstraßenverwaltung. "Es ist eine ausgesprochene Schweinerei, die dort seit gut einem Jahr ignoriert wird. Natur und Vögel müssten dringend nachhaltig vor Vermüllung und Lärm geschützt werden", sagte Klaus Kisch vom Nabu damals im SZ-Gespräch.

Doch passiert ist seitdem nichts. Und das obwohl die Stadt einen Vorschlag unterbreitet hat, der die Probleme lösen könnte. Nach einem Ortstermin im März hatte sich die Stadt am 26. Mai an die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, Außenstelle Südwest in Mainz, gewandt. "Um diesen Missstand zu beseitigen, wurde von der Kreisstadt Merzig vorgeschlagen, an der Zufahrt des rund 400 Meter langen Betriebsweges eine absperrbare Schranke oder einen kippbaren Poller zu installieren. Die dadurch entstehenden Kosten würde die Kreisstadt Merzig übernehmen", erklärt die Verwaltung auf SZ-Nachfrage. Damit würde verhindert, dass die Feierwütigen mit ihren Autos bis ins Naturschutzgebiet fahren können und die Stelle so deutlich weniger attraktiv als Party-Ort machen. Und so könnten die Vögel weiterhin unbeeinträchtigt brüten und ihre Jungen aufziehen. Ohne, dass dem Wasserstraßenamt in Saarbrücken Kosten entstünden.

Noch keine Antwort

Die Antwort aus Saarbrücken lässt noch auf sich warten. Der Vorschlag der Stadt sei zwar eingegangen, es habe aber schlicht die Zeit gefehlt, sich damit zu befassen, erklärt Elisabeth Richrath vom Wasserstraßenamt: "Aufgrund von Urlaubs- und Sachstand gibt es noch keine neuen Ergebnisse." Und damit auch keine Entscheidung, ob das Amt den Merziger Vorschlag annimmt.

Damit bleibt der Kreisstadt keine Wahl, als mit dem Müllproblem so umzugehen wie bisher: "Derzeit gibt es diesbezüglich keine weiteren Pläne, sodass der Baubetriebshof der Kreisstadt den ständig verschmutzten Betriebsweg sowie den Wendehammer, der als Park- und Feierplatz missbraucht wird, regelmäßig säubern muss. Die Abfälle müssen eingesammelt und auf Kosten der Gebührenzahler entsorgt werden." Was am Ende wohl teurer wird, als einen Poller oder eine Schranke aufzustellen.