Die Schranke kommt

Nachdem lange Zeit nichts passiert war, ging es diese Woche ganz schnell. Das Vogelschutzgebiet bei Schwemlingen wird mit einer Schranke gesichert. Das Wasserstraßenamt hat seine Zustimmung erteilt.

Monatelang hatte sich nichts getan. Immer wieder hatten Unbekannte am Saaraltarm bei Schwemlingen nächtliche Partys gefeiert, Müll hinterlassen und mit ihrem Lärm die Vögel im Naturschutzgebiet gestört. Damit ist jetzt Schluss. Schon vergangenes Jahr hatte der Naturschutzbund (Nabu) Merzig in einem offenen Brief auf das Problem aufmerksam gemacht. Im offiziellen EU-Vogelschutzgebiet nisten nämlich nicht nur Vögel wie die afrikanische Nilgans, sondern der Saaraltarm dient auch Zugvögeln als Rastplatz auf ihrem Weg in den Süden.

Antwort lässt auf sich warten

Im März gab es dann einen ersten Ortstermin mit allen Beteiligten. Ende Mai hatte die Stadt Merzig dem Wasserstraßenamt - zuständig für den Weg ins Naturschutzgebiet - vorgeschlagen, auf eigene Kosten eine Schranke zu errichten, um zu verhindern, dass Autos bis ins Naturschutzgebiet fahren können. Doch die Antwort ließ auf sich warten. Noch am Dienstag hieß es aus dem Wasserstraßenamt, dass man noch nicht dazu gekommen sei (die SZ berichtete am Mittwoch), sich mit dem Problem eingehend zu beschäftigen.

Noch am Tag der SZ-Berichterstatung kam Bewegung in die Sache. Bei einem weiteren gemeinsamen Ortstermin mit Dieter Ernst , dem Ersten Beigeordneten der Stadt Merzig , Klaus Kirsch, dem Vorsitzenden des Naturschutzbundes Merzig und Albert Schöpflin, dem Leiter des Wasser- und Schifffahrtsstraßenamtes in Saarbrücken, einigten sich alle Seiten. Künftig soll eine Schranke verhindern, dass Feierwütige das Naturschutzgebiet für Partys nutzen können. Ein Holzzaun soll zudem verhindern, dass Autos die Schranke über die angrenzende Wiese umfahren. Dazu war die Einwilligung des Wasserstraßenamtes notwendig, die das Amt jetzt erteilt hat, erklärte Ernst: "Mein Dank geht in diesem Zusammenhang an Herrn Schöpflin, ohne dessen Zustimmung die Schranke nicht realisiert werden könnte", erläuterte Ernst.

Die Kosten für die Schranke und den Zaun trägt die Stadt, die dann auch für die Verkehrssicherung in diesem Bereich zuständig ist. Da die Vögel zurzeit ihre Jungen aufziehen und bald die ersten Zugvögel erwartet werden, soll die Schranke möglichst bald aufgebaut werden. "Ich freue mich, dass der gestrige SZ-Artikel Bewegung in die Sache gebracht hat und wir endlich eine einvernehmliche Lösung mit allen Beteiligten gefunden haben", sagte Ernst.Es wäre beinahe ein Musterbeispiel geworden, wie eine gute Idee in den Mühlen der Bürokratie zermahlen wird. Da hatte die Stadt Merzig - ganz unbürokratisch - vorgeschlagen, den Weg zum Vogelschutzgebiet abzusperren. Auf eigene Kosten, ohne dass das Wasserstraßenamt nur einen Cent hätte ausgeben müssen. Doch passiert ist erst einmal nichts. Die Merziger aber haben nicht locker gelassen, allen voran der Naturschutzbund, der immer wieder auf das Problem aufmerksam gemacht hat. Und das mit Erfolg. Die Schranke kommt, und die Vögel haben hoffentlich bald wieder ihre Ruhe - steter Tropfen höhlt den Stein.